Anders als andere

9. Oktober 2010, 10:00
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Die Perspektiven der Bühnengäste zu "Anders.Besser" auf der KarriereGala 2010

Karin Bauer im Gespräch mit Investmentbanker Gerald Hörhan, Schriftsteller Michael Köhlmeier und Edith Schlaffer von der Organisation Frauen ohne Grenzen. ---> Ansichtssache: Impressionen zur KarrierenGala 2010

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foto: christian fischer

Schriftsteller und Erzähler Michael Köhlmeier über seinen Luxus und Reichtum.

Die glatte Zeit

Der Schriftsteller und Erzähler Michael Köhlmeier hätte gern mehr Zeit ohne Termin-Stacheln. Anders sei jeder - ob besser oder schlechter als die anderen, hänge auch vom Serotoninspiegel ab.

Sein Beruf sei der absolute Luxus, sagt Schriftsteller und Erzähler Michael Köhlmeier. "Ich werde dafür bezahlt, nicht die Wahrheit zu sagen." Berühmt wurde er unter anderem mit Nacherzählungen der griechischen Mythologie. Es ist aber nicht die falsche Zeit, in der er lebt. Vielmehr vermisst er, wie er es nennt, die glatte Zeit, also jene Zeit, die keine Stacheln von Terminen hat. "Eine Woche, in der ich nur denken kann, das ist für mich glatte Zeit."

Schriftsteller und Karriere sind für ihn kein Widerspruch, nichts, wofür man sich schämen müsse. "Das letzte Tabu, über das aber kaum gesprochen wird, ist die Erfolglosigkeit. Die gibt keiner gerne zu", sagt Köhlmeier. Dennoch hat er andere Parameter für eine gute Karriere als andere Branchen. "Schwierig wird es für Schriftsteller, wenn Beruf und Familie auseinanderklaffen", erklärt er. Wichtig sei, dass alle Lebensbereiche miteinander verwoben sind und Arbeit nicht als Arbeiten begriffen werde. Auch für den Begriff Reichtum hat er eine bescheidene Definition. "Als Student war ich reich, wenn ich im Restaurant nicht mehr auf die rechte Seite der Speisekarte schauen musste", sagt Köhlmeier.

"Jeder ist anders. Entweder ich bin besser oder schlechter als alle." Und das hänge im Wesentlichen vom Serotoninspiegel ab, fügt er an.

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