Werktags zwitschern Rohrspatz, Amsel und Co. energischer

7. Oktober 2010, 13:17
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Singvögel müssen zunehmend gegen Umgebungslärm ansingen - Dabei reagieren sie rasch auf neue Umstände

Zürich - Um sich gegen den menschengemachten Umgebungslärm durchzusetzen, müssen Singvögel ihre Zwitscherbemühungen verstärken. Eine Studie von Forschern der Universität Zürich zeigte, dass sie sich dabei erstasnlich rasch auf die lärmenden Umstände einstellen können. Rohrspatzen, die ihr Revier an stark befahrenen Straßen haben, singen werktags in einer höheren Tonlage als sonntags. Zahlreiche Studie deuten darauf hin, dass der menschgemachte Lärm das frühmorgendliche Konzert der Singvögel durcheinanderbringt.

Die Männchen von Amsel, Kohlmeise oder Nachtigall in der Stadt singen lauter oder in höheren Tonlagen als ihre Artgenossen auf dem Land. So versuchen sie sich bei den Weibchen Gehör zu verschaffen. Bisher war aber nicht klar, ob der Lärm wirklich die Ursache ist für die Gesangsveränderung ist. Zudem wussten Wissenschafter nicht, ob die beobachteten Unterschiede in der Tonhöhe genetisch bedingt sind oder ob jeder einzelne Vogel seinen Gesang dem Umweltlärm anpassen kann.

Biologen der Universität Zürich haben nun gezeigt, dass Rohrammern, wie Rohrspatzen auch genannt werden, tatsächlich direkt auf Lärmveränderungen reagieren können. Ein Team um Hansjoerg Kunc untersuchte die Tiere in zwei Naturschutzgebieten im Kanton Zürich. Der erste Standort war ruhig, der zweite lag an einer stark befahrenen Straße.

Höher und mit geringerem Tempo

Wie die Forscher im Fachmagazin American Naturalist berichten, sangen die Männchen am lärmigen Standort in einer höheren Tonlage als jene im ruhigen Gebiet. Das Tempo dagegen, mit der die lärmbelästigten Spatzen ihren Gesang vortrugen, war kleiner als unter ruhigen Bedingungen.

Vom Menschen verursachter Lärm sei meist niederfrequent, sagte Kunc. Das überschneide sich genau mit dem Frequenzspektrum des Gesangs vieler Singvögel. Um die Überlagerung zu verhindern, müssten die Tiere deshalb die Frequenz oder Tonhöhe anpassen.

Sonntagsruhe

Im lärmigen Gebiet verglichen die Wissenschafter auch, wie sich der Gesang der einzelnen Männchen zwischen Sonn- und Werktagen unterscheidet. Am Sonntag herrscht weniger Verkehr, entsprechend tiefer ist das Lärmaufkommen. Resultat: An Werktagen sangen die Rohrammern in einer höheren Tonlage, an Sonntagen schien die tiefe Lage zu reichen.

Schließlich spielten die Forscher den Rohrspatzen in der ruhigeren Zone vom Tonband Straßenlärm vor. Die Tiere reagierten sofort: Während der Lärmbelästigung sangen sie höher als vor- und nachher. Der Verkehrslärm sei also tatsächlich die Ursache für das veränderte Gesangsverhalten und das einzelne Tier könne sich anpassen, sagte Kunc. (red/APA/sda)

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    In der Stadt schmettert die Nachtigall lauter oder in höheren Tonlagen als ihre Artgenossen auf dem Land.

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