WeTab-Chef hat Amazon-Rezensionen gefälscht

4. Oktober 2010, 19:49
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Peinliche Affäre beim Hersteller des Tablet-Computers - Geschäftsführer von Ankershoffen tritt ab

Erst wenige Tage auf dem Markt, sorgt das WeTab des Berliner Unternehmens Neofonie erneut für Wirbel. Unternehmens-Chef Helmut Hoffer von Ankershoffen hat auf Amazon eine besonders euphorische Rezension zu dem Tablet unter einem falschen Namen verfasst.

Positive Bewertungen

Das WeTab wurde bereits von mehreren Nutzern auf Amazon bewertet, teilweise durchaus positiv, teilweise zeigen sich die Kunden enttäuscht. Zwei Bewertungen des Tablets stachen jedoch besonders hervor. So hatte ein Nutzer namens Peter Glaser das Gerät als "sehr, sehr gut" bezeichnet, Schnelligkeit und Leichtigkeit besonders gelobt und es weiterempfohlen. Eine zweite ebenfalls überdurchschnittlich positive Bewertung wurde von einer Claudia Kaden verfasst.

Gefälschte Profile

Blogger Richard Gutjahr hat jedoch herausgefunden, dass das Profil von Glaser zum Profil von Hoffer von Ankershoffen, das Profil von Kaden zum Profil von dessen Frau führt.

Faux pas

Nach der Aufdeckung des Vorgangs entschuldigte sich Helmut Hoffer von Ankershoffendafür und erklärte, er habe sich wegen der anhaltenden Diskussionen um seine Person entschlossen, seine Position als Geschäftsführer der WeTab GmbH bis auf weiteres ruhen zu lassen.

"Die beiden fraglichen Rezensionen auf Amazon habe ich privat verfasst, ohne mich mit der übrigen Geschäftsführung oder unserer Kommunikationsabteilung abzustimmen ", erklärte der Unternehmer am Montag."Ich wollte damit meiner Freude über den Marktstart und meiner Überzeugung, dass das WeTab ein tolles Gerät ist, Ausdruck verleihen." Inhaltlich stehe er weiter zu dem, was er geschrieben habe. "Ein Fehler war es allerdings, nicht meinen eigenen Namen für die Bewertung zu verwenden." 

Entfernt

Gutjahr schrieb davor in seinem Blog, dass der Autor der Amazon-Bewertung in seinem Account offenbar eine Einstellung zum Schutz der persönlichen Angaben übersehen habe. So konnte nachgewiesen werden, dass das Online-Profil des Amazon-Kunden mit der positiven WeTab-Bewertung zu einem Nutzer mit dem Namen des Geschäftsführers der WeTab GmbH führte. Eine weitere Bewertung unter anderem Namen führte zum Namen der Frau des Managers. Nach Aufdeckung der Affäre wurden die unter Pseudonym verfassten Bewertungen bei Amazon inzwischen entfernt. (red/APA/dpa)

 

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    Das WeTab 

  • Die euphorischen WeTab-Rezension von Peter Glaser
    screenshot: spiegel online

    Die euphorischen WeTab-Rezension von Peter Glaser

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