Kinder von E-Books begeistert

3. Oktober 2010, 11:09
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Zwei Drittel wollen trotzdem nicht auf gedrucktes Buch verzichten

Wenn es um das Lesen von Büchern auf digitalen Endgeräten geht, sind Kinder mit großer Begeisterung dabei. Einer aktuellen Erhebung des US-Verlagshauses Scholastic zufolge hat mittlerweile bereits ein Viertel der Nutzer im Alter zwischen sechs und 17 Jahren schon mindestens einmal ein E-Book gelesen. Rund 57 Prozent der insgesamt 2.000 Befragten geben zudem an, entsprechende Pläne für die Zukunft zu haben. Das traditionelle Druckwerk ist deshalb aber dennoch nicht dem Tode geweiht: Knapp zwei Drittel der Kinder wollen auch weiterhin nicht auf ein gedrucktes Buch verzichten.

Keine Umsatzeinbußen

"Große Umsatzeinbußen hatten wir in den letzen Jahren nicht mehr und auch 2009 ist kein Umsatzrückgang zu bemerken", stellt Franziska Schweizer, Leiterin im Bereich Einkauf und Verkauf beim Wiener  Kinderbuchladen Spielzeugschachtel fest. Auch im Internetzeitalter würden die Kinder beschenkt und gefördert. Da komme das "gute, alte Kinderbuch" wieder zum Einsatz. "Kinder finden Lesen cool und lieben Geschichten. Dies wird spätestens klar, wenn man sie in der Buchhandlung oder Bibliothek beobachtet", betont Schweizer.

Digital versus gedruckt

Dass gedruckte Bücher im Lesealltag von Kindern auch in einer digitalen Gesellschaft nicht zu kurz kommen sollen, zeigt sich in der entsprechende Haltung der Erziehungsberechtigten. So machen sich mehr als die Hälfte der befragten Eltern ernsthafte Sorgen darüber, dass ihr Sprössling aufgrund des Siegeszugs digitaler Geräte plötzlich kein Interesse mehr an herkömmlichen Büchern haben könnte.

"Ich sehe die Zukunft des Kinderbuches keinesfalls pessimistisch. Ich kann mir nicht vorstellen, wie ein Kleinkind, das jetzt in einen Bilderbuch blättert und so ganz nebenbei und spielerisch Sinnliches und Haptisches erlernt, dann in der Zukunft mit einen E-Book in der Kuschelecke sitzt", gibt Schweizer zu bedenken.

Jugend liest generell zu wenig

Ob der digitale Trend letztendlich tatsächlich einen Rückgang des Interesses an traditionellen Druckwerken bewirkt, kann aber auch der vorliegende Bericht nicht klären. "Fest steht, dass die Jugend heute ganz allgemein betrachtet zu wenig liest", meint Schweizer. In Anbetracht der zunehmenden Medienkonkurrenz im Internetzeitalter seien Eltern gefordert, ihren Kindern sinnvolle Grenzen zu setzen. "Grundsätzlich sind die Erziehungsberechtigten aber immer noch der festen Überzeugung, dass Bücher gut für Ihre Kinder sind. Das gilt auch für Erwachsene, die selbst keine Bücher lesen", so Schweizer abschließend. (pte)

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    Gedruckte Kinderbücher, ein Relikt aus der Vergangenheit?

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