Neuer FPÖ-Mandatar mit NS-Aussagen konfrontiert

28. September 2010, 11:35
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Weststeirer Hadwiger fühlt sich missverstanden - KPÖ: "Kein Platz im Landtag"

Graz - Ehe sich die Freiheitlichen heute, Dienstag, am Abend zu Wahlanalyse und personellen Weichenstellungen treffen, gibt es bereits die erste Rücktrittsaufforderung an einen Neo-Abgeordneten: Nach Aussagen des Weststeirers Gunter Hadwiger (61), er stehe "neutral" zum Nationalsozialismus, meinte KPÖ-Landesvorsitzender Franz-Stephan Parteder in einer Aussendung: "Wer neutral zum Nationalsozialismus steht, dürfte eigentlich keinen Platz im Landtag haben."

Hadwiger hatte in der Regionalausgabe der "Kleinen Zeitung" auf die Frage: "Wie stehen Sie selbst zum Nationalsozialismus?" geantwortet: "Ich hoffe neutral. Es war nicht wirklich alles schlecht, ich hänge der Ideologie aber nicht nach. Es ist nicht so toll, wenn man für Heimat ist und als Nazi angesprochen wird."

Der Bezirksobmann der FPÖ Voitsberg und Gemeinderat von Stallhofen relativert später gegenüber der APA: "Das ist missverständlich wiedergegeben. Ich distanziere mich vom Nationalsozialismus, ich will mit dieser Ideologie nichts zu tun haben. Ich wollte lediglich ausdrücken, dass gewisse Begriffe wie Heimat oder kulturelle Äußerungen wie Liedgut, das es vor dieser Zeit gab und von den Nationalsozialisten übernommen wurde, nicht in dieses Eck gestellt werden soll."

Parteiobmann Gerhard Kurzmann ist überzeugt, dass Hadwiger falsch zitiert wurde: "Im Wahlkampf haben uns die Grünen angeschüttet, jetzt sind es halt auch die Kommunisten. Es gilt die Unschuldvermutung."

Der Elektrotechniker Hadwiger ist Mitglied der Akademischen Fliegerschaft Wieland Staufen Graz (Wahlspruch: "Aufwärts, sonnenwärts - deutsch und treu") und verwendet als Intro für seine Homepage jene Sequenz aus Franz Liszts symphonischer Dichtung "Les Preludes" aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, die von den Nationalsozialisten am Beginn der "Deutschen Wochenschau" ab Juni 1941, dem Zeitraum des Angriffs auf die Sowjetunion, verwendet wurde. Für diese Sequenz wurde die Bezeichnung "Russland-Fanfare" gängig. (APA)

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