Blair schlägt Putin Drei-Stufen-Plan im Irak vor

29. April 2003, 18:05
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Vorgehensweise wäre für Putin "annehmbar" - Situation wegen Aufhebung der UNO-Sanktionen gegen den Irak weiterhin angespannt

Moskau - Das erste Treffen zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem britischen Premierminister Tony Blair seit Beginn des Irak-Krieges hat entgegen dem ersten Anschein offenbar doch eine Annäherung der Positionen gebracht. Blair schlug am Dienstag in Moskau einen Drei-Stufen-Plan für die Nachkriegsordnung im Irak vor, der für Russland nach den Worten Putins "annehmbar" schien.

Sowohl Putin als auch Blair sprachen sich für eine Beteiligung der Vereinten Nationen an den Ereignissen im Irak aus, wenn auch mit unterschiedlichen Vorstellungen von der Rolle der UNO. Putin bekräftigte die Forderung nach einer Führungsrolle der Vereinten Nationen bei der Nachkriegsordnung im Irak, während Blair von einer engen Zusammenarbeit der UNO und der Alliierten sprach.

Der von Blair vorgeschlagene Drei-Stufen-Plan sieht in der ersten Etappe den Wiederaufbau im Lande, die Stabilisierung der Lage und humanitäre Hilfe vor. Danach könne eine Interims-Regierung eingesetzt werden, ehe in der dritten Stufe eine neue Verfassung verabschiedet und eine neue Führung in Bagdad eingesetzt werden könnten. "Diese Nachkriegsordnung sollte in Zusammenarbeit zwischen den Koalitionskräften und den Vereinten Nationen hergestellt werden", sagte Blair.

Annehmbarer Vorschlag

Putin wertete diesen Vorschlag als "für Russland annehmbar". "Dies ist eine gute Grundlage für eine Erörterung des Problems und eine Annäherung der Positionen", sagte Putin. Er betonte, dass die Vereinten Nationen unbedingt an einer Friedenslösung im Irak beteiligt werden müssten. "Denn eine Nachkriegsordnung kann ohne Beteiligung der UNO kaum langfristig, effektiv und gerecht sein." (APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Premierminister Tony Blair beim russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau auf Kurzbesuch.

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