USA weiten Antiterror-Kontrollen in Europas Häfen aus

29. April 2003, 14:34
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Bisherige Suche nach Massenvernichtungs- waffen blieb erfolglos

Hamburg - Die US-Zollbehörden wollen ihre Kontrollen in Europa deutlich ausdehnen. Dazu sollen in elf weiteren Hafenstädten eigene Inspektorenteams stationiert werden. Das sagte am Dienstag US-Zollinspektorin Lisa Wainwright. Sie führt ein fünfköpfiges Kontrollteam in Hamburg an, das seit Februar zusammen mit deutschen Zöllner nach verdächtigen Containern mit Massenvernichtungswaffen sucht. "Wir arbeiten gut zusammen", beschrieb Wainwright in der Hansestadt die gemeinsamen Aufgaben.

Wainwright und ein zweites Team in Bremerhaven sind Teil der Container Sicherheitsinitiative (CSI), die von den US-Behörden nach den Anschlägen vom 11. September 2001 eingeleitet worden war. Danach müssen Spediteure Container mit dem Ziel USA 24 Stunden vor der Verladung im Ursprungshafen bei den US-Behörden anmelden.

Der amerikanische Zoll prüft dann mit großen Datenbanken, ob die Transportkiste möglicherweise verdächtig ist und durchsucht werden muss. Die US-Inspektoren suchen vor allem nach Massenvernichtungswaffen. So soll zum Beispiel der Transport von Bomben in Containern in die USA verhindert werden. Die Durchsuchungen der Transportbehältnisse übernehmen aber deutsche Kräfte. Laut Wainwright kommen jedes Jahr sechs Millionen Container in den USA an.

In Hamburg wurden seit Februar 50 Container nach Hinweisen durch die US-Zöllner überprüft, wie Gerhard Schulte vom deutschen Zoll erklärte. Es sei nichts Verdächtiges gefunden worden.

In Europa sind US-Zöllner laut Wainwright bisher stationiert in Hamburg, Bremerhaven, Rotterdam, Le Havre und Antwerpen. Elf weitere europäische Häfen sollen folgen. Weltweit ist CSI laut Wainwright in zehn Häfen tätig. 18 der 20 größten Häfen der Welt sind nach ihren Angaben bereit, bei der Sicherheitsinitiative mitzumachen. (APA/AP)

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