Vierzig Tierschützer besetzten Wiener Tierversuchlabors

29. April 2003, 12:15
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Protest ging gegen Kaffee-Experimente mit Ratten - drei Personen festgenommen

Wien - Die Besetzung eines Versuchslabors in Wien durch Tierschützer endete am Donnerstag mit drei Festnahmen. Rund vierzig Aktivisten des Vereins gegen Tierfabriken (VgT) drangen am Nachmittag in das Institut für Krebsforschung in Alsergrund ein, belagerten ein Büro und hielten ein Transparent mit der Aufschrift "Tierversuche - Verbrechen an Wehrlosen" aus dem Fenster.

Grund für die Aktion waren nach Angaben der Gruppe Tierversuche mit Kaffee, die an Ratten durchgeführt wurden. Die Aktivisten forderten die sofortige Einstellung dieser Experimente.

Pfefferspray-Attacken

Nach Angaben der Polizei wurden einige Angestellte mit Pfefferspray attackiert und litten danach an Hustenreiz. Die Feuerwehr rückte mit 77 Mann aus, da man zunächst einen Säureangriff vermutete. "Es gab keine Attacke mit chemischen Flüssigkeiten. Das ist nicht unsere Vereinslinie", kommentierte eine Mitarbeiterin des VgT den Vorwurf. Der Vorstand des Instituts, Univ.-Prof. Dr. Rolf Schulte-Hermann, der zunächst den Tumult im Gebäude zu schlichten versuchte, war am Abend nicht mehr erreichbar.

Tod durch Guillotine drohte

Nach Angaben des VgT sollen seit Ende 2002 insgesamt 312 Ratten zwei Wochen lang verschiedene Kaffeesorten verabreicht worden sein. Danach soll man ihnen einen Krebserreger zwischen die Beine injiziert haben, so dass die Tiere Leber- und Dickdarmkrebs entwickelten. Am Montag hätten die Ratten mit einer Guillotine getötet werden sollen, um festzustellen, ob Kaffee auf Krebs Auswirkungen habe, sagte die Tierschutzorganisation. (APA)

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