Zeuge: Milosevic plante, Heroin an die kroatische jugend zu verteilen

28. April 2003, 18:09
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600 Kilo des Opiats in Banktresor gefunden

Belgrad/Den Haag - Ein Ex-Mitarbeiter des serbischen Staatssicherheitsdienst SDB aus Novi Sad erklärte am Montag vor dem UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag, der jugoslawische Expräsident Slobodan Milosevic habe bei einem Treffen in der Vojvodina-Hauptstadt im März 1993 die Angehörigen der Geheimpolizei dafür gelobt, die selbstproklamierte Republik Serbische Krajina (Kroatien) erfolgreich unter ihre Kontrolle gebracht zu haben.

Gemäß dem Zeugen sagte Milosevic bei einem informellen Treffen, dem Spitzenfunktionäre der Geheimpolizei, aber auch der damalige Direktor des staatlichen TV-Senders, Milorad Vucelic, und Zollchef Mihalj Kertest beiwohnten, die "Hauptaufgabe" sei erledigt. Derselbe Zeuge berichtete auch, daß im Jahre 1993 als eine "Art Spezialkrieg" gegen Kroatien auf Vorschlag des damaligen Chefs des Staatssicherheitsdienstes die Verbreitung von Heroin unter der kroatischen Jugend geplant war, um ihre Kampfmoral zu schwächen. Von diesem Plan zeugten laut dem Zeugen auch 600 Kilo Heroin, das in Schließfächern einer Belgrader Privatbank im Jahre 2001 sichergestellt worden war. Während der NATO-Luftangriffe im Frühjahr 1999 war das Bankgebäude vom serbischen Innenministerium bezogen worden. Das Heroin war nach dem Auszug aus dem Gebäude jedoch zurückgeblieben.(APA)

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