Im Salzkammergut ziehen wieder die Vogelfänger los

14. September 2010, 14:44
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Tierschützer machen erneut gegen Singvogelfang mobil - Vogelfänger argumentieren mit Gesetz im Verfassungsrang

Linz - Der Vogelfänger gehen wieder im Salzkammergut um. Die Fangbewilligungen für Singvögel gelten von 15. September bis 15. November. Die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" will dieses Brauchtum weiter bekämpfen. Die Vogelfänger argumentieren, dass es durch ein Gesetz im Verfassungsrang geschützt sei.

Die rund 400 mit naturschutzrechtlichen Fangbewilligungen der zuständigen Bezirkshauptmannschaften ausgestatteten Vogelfänger im Salzkammergut fangen im Herbst Gimpel, Zeisige, Stieglitze und Fichtenkreuzschnäbel. Über die Wintermonate werden die Tiere in Käfigen gehalten, ausgestellt und nach einigen Monaten frei gelassen. Dieses Brauchtum ruft regelmäßig Tierschutz-Aktivisten auf den Plan.

Tierschützer zitieren Gutachten von Fachleuten

"Vier Pfoten" bezeichnet es als "illegale Vogelquälerei" und wirft den Vogelfängern und den Behörden vor, mit den Bewilligungen zu versuchen, das Bundestierschutzgesetz bewusst zu umgehen. Sie berufen sich auf Gutachten von Fachleuten, wonach die Tiere einer hohen Stressbelastung sowie einer unmittelbaren Verletzungs- und Todesgefahr ausgesetzt seien.

Doch Dutzende Anzeigen seien von den lokalen Behörden eingestellt oder gar abgewiesen worden. "Wir werden so lange nicht ruhen, bis dieses Relikt aus dunklen Zeiten auch in Oberösterreich der Vergangenheit angehört", hieß es in einer Presseaussendung am Dienstag.

Immaterielles Kulturerbes der UNESCO

Der Obmann der "Vogelfreunde Salzkammergut", Alfred Riezinger konterte auf Anfrage: "Die Damen und Herren Tierschützer mögen sich entscheiden, ob sie für oder gegen die Verfassung der Republik Österreich sind." Denn der Vogelfang sei offiziell ins nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der UNESCO eingetragen worden. Österreich habe sich in einem einstimmig im Nationalrat und Bundesrat beschlossenen Staatsvertrag, der im Verfassungsrang stehe, zum Erhalt dieses Kulturerbes verpflichtet. (red/APA)

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    Die Vogelfänger berufen sich darauf, dass der Brauch offiziell ins nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der UNESCO eingetragen worden sei, Tierschützer sprechen von "illegale Vogelquälerei".

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