K2-Täuscher als Lachnummer im Web

9. September 2010, 14:51
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Während Christian Stangl nicht einmal das Basislager verlassen haben soll, brechen in Social Media Plattformen immer mehr User zum K2 auf

Wie auf mehreren Bergsteiger-Plattformen berichtet wird, soll "Skyrunner" Christian Stangl bei seinem K2-Abenteuer im August noch mehr vorgetäuscht haben, als er unlängst bei einer Pressekonferenz zugegeben hat – derStandard.at berichtete. Demnach soll der 44-jährige Extrembergsteiger bei seinem angeblichen Aufstiegsversuch nicht einmal das Basislager auf 5.300 Metern verlassen haben. Bei seiner öffentlichen Stellungnahme hatte Stangl noch behauptet, ein Beweisfoto sei auf rund 7500 Metern entstanden.

Die neuen Vorwürfe stammen vor allem vom rumänischen Bergsteiger Zsolt Torok, der sich zur besagten Zeit ebenfalls im Basislager des K2 aufgehalten hat und keine Hinweise darauf bemerkt haben will, dass Stangl tatsächlich zum Gipfelsturm aufgebrochen sei. Stangls Pressesprecher entgegnete diesen Vorwürfen mit folgender Feststellung: "Christian ist bei seiner Darstellung geblieben. Er hat gesagt, so wie er es bei der Pressekonferenz beschrieben hat, so ist es gewesen."

Stangl und Social Media

Wie auch immer die Tatsachen genau gewesen sind, mittlerweile zieht dieser Betrugsfall im Bergsteigen seine Kreise auch auf verschiedensten Social Media Plattformen. So postete Judith Denkmayr auf Twitpic unter ihrem dortigen Usernamen "linzerschnitte" ein Selbstbild als Königin vom K2.

Daraufhin wurde auch die Networking-Website Foursquare miteinbezogen – auf dieser Plattform können User, die eingeloggt sind, ihren Freunden mitteilen, wo sie sich gerade aufhalten. Gibt es einen Platz, auf dem sich üblicherweise viele Menschen befinden, wird ein Spot eingerichtet – in diesem Fall heißt der nun: K2 Mountain of Mountains. Innerhalb der ersten 24 Stunden haben dort mehr als 600 User eingecheckt.

Damit nicht genug hat die Plattform Digital Affairs zu einem gemeinsamen Gipfelsturm aufgerufen. Darüberhinaus wurden eine Facebook-Fanpage und eine Eventseite eingerichtet. Und quasi als Draufgabe haben die Social Software Developer "Die Socialisten" noch die Webpage icanhazk2.com aufgebaut, auf der man direkt am K2 einchecken und das Gipfelerlebnis so richtig visualisieren kann. Ziel all dieser Initiativen ist es auf Foursquare ein sogenanntes Swarm Badge (50 User sind gleichzeitig am selben Platz) bzw. ein Super Swarm Badge (250 User) zu schaffen (mob, derStandard.at, 9.9.2010).

  • Judith Denkmayr (linzerschnitte.at) hat mit ihrer Fotomontage den kollektiven K2-Gipfelsturm so richtig ins Rollen gebracht.
    foto: judith denkmayr/linzerschnitte.at

    Judith Denkmayr (linzerschnitte.at) hat mit ihrer Fotomontage den kollektiven K2-Gipfelsturm so richtig ins Rollen gebracht.

  • Die Aufforderung auf icanhazk2.com: "Mach's wie Christian Stangl! Damit auch Du den K2 so richtig visualisieren kannst, melde dich mit deinem Foursquare-Account an."
    screenshot: icanhazk2.com

    Die Aufforderung auf icanhazk2.com: "Mach's wie Christian Stangl! Damit auch Du den K2 so richtig visualisieren kannst, melde dich mit deinem Foursquare-Account an."

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