Entwickler Segert spricht von Datenklau

6. September 2010, 13:53
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Rechtliche Schritte gegen Provider eingeleitet - Öllinger: Auch FPÖ muss klagen

Freiburg/Wien - Der Schweizer Werber Alexander Segert will nichts mit dem Auftauchen seines Internet-Games "Moschee-Baba" auf der als neonazistisch eingestuften Webseite http://www.alpen-donau.info/ zu tun haben. "Die Goal AG distanziert sich in aller Schärfe vom widerrechtlichen Datenklau", ließ er die APA am Montag in einer knappen schriftlichen Stellungnahme wissen. Die steirische FPÖ hatte das Spiel nach mehreren Anzeigen vom Netz nehmen müssen.

Segert will gegen die neuerliche Veröffentlichung vorgehen. "Die Goal AG hat heute rechtliche Schritte gegen den Provider in den USA eingeleitet", erklärte er. Das Spiel war am Wochenende auf der einschlägig bekannten Seite wieder aufgetaucht, die von einem US-amerikanischen Server aus betrieben wird und daher für Österreichs Verfassungsschützer bis dato nicht greifbar ist. Das Spiel sei dort "ohne Wissen und Billigung der steirischen FPÖ" online gestellt worden, hatte FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl am Sonntag betont.

Öllinger: Distanzierung "Augenauswischerei"

Tatsächlich ist die Domain des per einstweiliger Verfügung verbotenen Anti-Minarett-Spiels nicht auf die FPÖ, sondern auf Segerts Schweizer Firma Goal angemeldet. Nach Ansicht von IT-Experten ist es technisch möglich, eine Flash-Anwendung wie "Moschee-Baba" eigenmächtig zu kapern, je nachdem, wie gut die Anwendung auf dem Server geschützt war.

Für die Grünen, die am Montag mehrere Anzeigen - auch gegen die Freiheitlichen - erstattet haben, ist nun auch die FPÖ am Zug. Diese müsse in Österreich und den USA Klage nach dem Urheberrechtsgesetz einbringen, so der Grüne Abgeordnete Karl Öllinger in einer Aussendung. "Eine Distanzierung von der Alpen-Donau-Website reicht da nicht aus - das ist Augenauswischerei. Wir haben immer wieder darauf hingewiesen, dass es offensichtlich beste Beziehungen von einzelnen FPÖlern zu den Neonazis von Alpen-Donau gibt", betonte er. Obmann Heinz-Christian Strache bzw. der steirische Landesparteichef Gerhard Kurzmann müssten klagen, "wenn sie wirklich gegen den Diebstahl des Hetzspiels vorgehen wollen". (APA)

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