Zwangsprostitution in Konzentrationslagern

27. August 2010, 18:33
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Sonderausstellung in Buchenwald eröffnet - Langes Schweigen über "Sonderbauten" nach dem Krieg

Weimar - Eine Sonderausstellung zu Zwangsprostitution in NS-Konzentrationslagern ist am Freitag in der Gedenkstätte Buchenwald eröffnet worden. Präsentiert werden mehr als 150 Dokumente und Fotos zu den bisher tabuisierten zehn Lagerbordellen in deutschen KZ. Mehr als 200 weibliche Häftlinge mussten ab 1942 in den von der SS als "Sonderbauten" bezeichneten Bordellen Zwangsarbeit leisten. Bei der Aufarbeitung der Geschichte der Lager wurden die Bordelle lange Zeit nicht beachtet. Sowohl die Zwangsprostituierten als auch die Bordellbenutzer waren nach 1945 nicht bereit, über ihre Erfahrungen zu sprechen.

Die Lagerbordelle wurden auf Weisung von SS-Reichsführer Heinrich Himmler als Versuch eingerichtet, die Arbeitsproduktivität der Häftlinge in der Rüstungsindustrie zu steigern. Über zwei Drittel der Zwangsprostituierten waren Deutsche. Die restlichen kamen aus Polen, der Ukraine, Weißrussland und den Niederlanden. Ab Juli 1943 mussten im Bordell des KZ Buchenwald 16 weibliche Gefangene zwischen 20 und 40 Jahren aus dem KZ Ravensbrück arbeiten.

Lagerbordelle aus Sicht der SS

Die Wanderausstellung der Gedenkstätte Ravensbrück zeigt die Perspektive der betroffenen Frauen und beleuchtet gleichzeitig Organisation sowie Funktion der Lagerbordelle aus Sicht der SS. Vier Hörstationen informieren über ehemalige Zwangsprostituierte und ihre männlichen Besucher. Zur vertiefenden Lektüre werden Texte und Dokumente angeboten. (APA)

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    Der Versuch von Heinrich Himmler, durch KZ-Bordelle und Zwangsprostitution die Arbeitsproduktivität der Hälftlinge zu steigern, blieb in der Aufarbeitung des Zweiten Weltkriegs im Hintergrund.

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