Luftfahrtbranche im Aufwind

25. August 2010, 12:09
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Passagieraufkommen stieg um 9,2 Prozent, Frachtvolumen legte um 22,7 Prozent zu - Abkühlung setzt allerdings ein

Genf - Die starke Nachfrage nach Flugreisen und -transporten hat sich im Juli fortgesetzt, wie der Branchenverband IATA am Mittwoch mitteilte. Das Passagieraufkommen stieg gegenüber Juli 2009 um 9,2 Prozent, das Frachtvolumen nahm um 22,7 Prozent zu. Allerdings setzt eine Abkühlung ein.

Die IATA begründet die leichte Abkühlung mit der bereits seit Juli 2009 anhaltenden Erholung. Die Zunahme war im Juni mit einem Plus von 11,6 Prozent bei den Passagieren und von 26,6 Prozent bei der Luftfracht noch stärker ausgefallen.

In Europa betrug das Passagierwachstum im Juli gegenüber dem Vorjahresmonat 6,2 Prozent, in Nordamerika 7,9 und in Asien 10,9 Prozent. Noch höhere Raten wiesen Afrika mit 13 Prozent, Lateinamerika mit 14,2 Prozent und der Nahe Osten mit 16,8 Prozent aus.

In der zweiten Jahreshälfte 2009 schlug die Erholung noch mit 12 Prozent mehr Passagieren und 28 Prozent mehr Fracht zu Buche. Seit Beginn 2010 ergab sich ein Wachstum von 8 Prozent bei Passagieren und 17 Prozent bei der Fracht.

Abgeschwächte Erholung

Obwohl die Erholung sich leicht abschwächt, liegt die Zunahme des Luftverkehrs über dem langjährigen Mittel von 6 Prozent. So übertraf die Zahl der Passagiere im Juli das Rekordniveau vor Beginn der Krise Anfang 2008 um 3, das Frachtvolumen um 4 Prozent.

Die Erholung sei schneller eingetreten als erwartet. Sie dürfte sich aber abschwächen, da die hohe Arbeitslosigkeit namentlich in Nordamerika und Europa das Ferien- und Konsumbudget schmälere, kommentierte IATA-Direktor Giovanni Bisignani.

Bei der Fracht hänge die Entwicklung nach dem Boom durch das Wiederaufstocken der Lager weitgehend von den schwach bleibenden Konsumausgaben ab, sagte Bisignani weiter.

Die Branchenorganisation IATA schätzt die finanzielle Lage der Airlines weiterhin als fragil ein. Die für 2010 erwarteten Gewinne von 2,5 Mrd. Dollar (2 Mrd. Euro) machen gerade einmal ein halbes Prozent des Branchenumsatzes aus. (APA)

 

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