Anklage der Staatsanwaltschaft liegt vor

23. August 2010, 18:40
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"Kronen Zeitung": Entführung endete mit Mord

Die Anklage im Mordfall Umar Israilov, der im Jänner 2009 in Wien-Floridsdorf erschossen worden war, ist fertig. Das berichtete die "Kronen Zeitung" in ihrer Dienstagsausgabe. Demnach habe es sich um eine geplante Entführung gehandelt, aus der ein Mord geworden sei. Dem Bericht zufolge behauptet der Staatsanwalt, dass Tschetscheniens Präsident Ramsan Kadyrow im Hintergrund die Fäden gezogen haben soll.

Angeklagt sind drei Personen, einer von ihnen als Organisator, der laut "Krone" Kontakte zum tschetschenischen Präsidenten hatte. Der unmittelbare Täter, der die Schüsse abfeuerte, ist weiter auf der Flucht. Unter Berufung auf die Anklageschrift berichtet das Blatt, dass Israilov, der früher in Kadyrows Leibgarde diente, dann sich aber vom Präsidenten abgewandt habe, in die Heimat zurückgebracht werden sollte. Israilov und sein Vater hatten eine Klage gegen Russland vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte eingebracht.

Entführung Israilovs gescheitert

Israilov sollte demnach diese Klage zurückziehen. Schließlich sei ein Russe bei der Wiener Polizei aufgetaucht und habe behauptet, das spätere Mordopfer habe sechs Menschen, darunter vier Mitglieder von Kadyrows Präsidentenwache erschossen, heißt es in dem Bericht. Deshalb habe er den Auftrag, Israilov in die Heimat zurückzubringen. Dieser Versuch sei aber gescheitert. Die Folge sei der Entführungsversuch gewesen, der im Mord endete.

Der Anwalt des Hauptangeklagten, Rudolf Mayer, bezeichnete die Anklage laut "Krone" als "Fantasieprodukt voll unlogischer Widersprüche". Sein Mandant werde ungerechtfertigt mit der Tötung in Verbindung gebracht. Auch der Verteidiger der Mitangeklagte, Peter Philipp, sagte, seine Mandanten hätten von Entführungs- und Mordplänen nichts gewusst. (APA)

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