Mitarbeiter von Kinderstiftung tritt zurück

19. August 2010, 11:35
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Hat Edelsteine von Topmodel Campbell erhalten und ihren Besitz lange verheimlicht

Johannesburg - In der Affäre um mutmaßliche Blutdiamanten von Liberias Ex-Präsident Charles Taylor ist in Südafrika ein Verantwortlicher der Kinderstiftung des früheren Präsidenten Nelson Mandela zurückgetreten. Wie die Wohltätigkeitsorganisation am Mittwoch mitteilte, bedauert der betreffende Mitarbeiter, den Erhalt der umstrittenen Edelsteine lange verheimlicht und der Organisation damit womöglich geschadet zu haben.

Vor knapp zwei Wochen hatte Jeremy Ractliffe zugegeben, er habe vom britischen Topmodel vor mehr als zehn Jahren "drei kleine ungeschliffene Diamanten" erhalten. Campbell habe gewollt, dass die Stiftung die Diamanten nutze. Er habe die wohltätige Organisation jedoch nicht in möglicherweise illegale Aktivitäten verwicklen wollen. "Letztlich habe ich entschieden, dass ich sie einfach aufbewahren sollte", sagte Ractliffe.

Vergangene Woche hatte Campbell vor dem Kriegsverbrechertribunal gegen Liberias Ex-Präsident Charles Taylor in Den Haag bestätigt, bei einer Begegnung mit diesem vor 13 Jahren ein Diamantengeschenk erhalten zu haben. Ob die Edelsteine tatsächlich von Taylor stammten, konnte das 40-jährige Mannequin aber nicht eindeutig beantworten. Sie gab in ihrer Zeugenaussage vor dem Sondergericht an, die Diamanten an einen Bekannten der Kinderstiftung gegeben zu haben - "um irgendetwas Gutes zu tun".

Minenarbeiter wurden wie Sklaven behandelt

Im Zusammenhang mit der Entdeckung gewaltiger Diamantenfelder in Simbabwe im Jahr 2006 wurden Vorwürfe des Mordes, der Menschenrechtsverletzungen und Korruption laut. Ermittlern zufolge wurden Minenarbeiter wie Sklaven behandelt und unter Todesdrohungen zur Ausgrabung der Edelsteine gezwungen. In der Gegend, aus der die Rohdiamanten stammen, sollen Soldaten 200 Menschen getötet haben. Daher erhielt Simbabwe zunächst keine Erlaubnis, die Edelsteine zu verkaufen.(APA)

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    Ermittlern zufolge wurden Minenarbeiter wie Sklaven behandelt und unter Todesdrohungen zur Ausgrabung der Edelsteine gezwungen

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    Soldaten sollen 200 Menschen bei der Diamantensuche getötet haben

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