Ausdehnung von Mangrovenwäldern wurde deutlich überschätzt

22. August 2010, 14:11
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Aktuelle Studie kommt auf insgesamt 137.760 Quadratkilometer weltweit

New York - Mangrovenwälder bestehen aus Bäumen und Sträuchern, die in tropischen und subtropischen Gezeitenzonen rund um den Äquator wachsen. Sie gehören zu den produktivsten und biologisch wichtigsten Ökosystemen der Welt. Sie passen sich den extremsten Umweltbedingungen an und gedeihen sowohl bei hohem Salzgehalt als auch in sengender Hitze. Sie sind Horte der Artenvielfalt, zugleich schützen sie die Küsten gegen Wirbelstürme und Tsunamis. Menschliche Einflüsse sowie häufige Stürme dezimieren die Wälder jedoch zunehmend - der Verlust von Mangroven ist weltweit sogar höher als der von tropischen Wäldern im Inland oder von Korallenbänken. 

Bislang genaueste Erhebung

Und dabei ging man bislang noch von falschen Zahlen aus, wieviel von diesen so bedeutsamen Ökosystemen überhaupt noch vorhanden ist: Denn die Mangrovenwälder der Welt sind rund zwölf Prozent kleiner als bisher geschätzt. Das zeigen neue Satellitenbilder, die von einem Team internationaler Wissenschafter der US-Geologiebehörde United States Geological Survey (USGS), der Vereinten Nationen und der Raumfahrtbehörde NASA ausgewertet wurden. Derzeit gibt es nur noch 137.760 Quadratkilometer Mangroven: Rund 12,3 Prozent weniger als bisher angenommen, heißt es in der Studie, die im Fachjournal "Global Ecology and Biogeography" erschienen ist. 

Die verbliebenen Mangroven verteilten sich auf 118 Länder und Gebiete - allerdings ballen sich drei Viertel davon im Gebiet von nur 15 Staaten. In Asien liegen 42 Prozent der weltweiten Mangrovenwälder, in Afrika 21 Prozent, in Nord- und Mittelamerika 15 Prozent, in Ozeanien zwölf Prozent und in Südamerika elf Prozent. Und nur etwa sieben Prozent davon sind ausreichend geschützt.

"Der derzeitigen Schätzung zufolge gibt es heute nur noch halb so viel Mangrovenwälder wie früher und viele davon sind in einem schlechten Zustand", sagte Chandra Giri vom USGS. 35 Prozent der Mangroven sollen zwischen 1980 und 2000 vernichtet worden sein. (APA/red)


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USGS

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Typische Mangrovenwälder in Florida

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