Erste UMTS-Handys in den Läden

28. April 2003, 14:38
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Mobilkom startet UMTS - Soll binnen der nächsten Jahre an GSM-Qualität herankommen - Videos bei guter Netzversorgung "ruckelfrei"

Nach langem Warten und zahlreichen Ankündigungen ist in Österreich endgültig das UMTS-Zeitalter angebrochen. Die Mobilkom Austria hat in österreichweit 15 A1-Shops mit dem Verkauf der ersten Handys der nächsten Mobilfunkgeneration gestartet. Laut Mobilkom sollen in der Anfangsphase einige tausend Endgeräte zur Verfügung stehen. Für Sprachtelefonie gelten die bisherigen GSM-Preise. Videos und Bildtelefonie kosten ab 50 Cent aufwärts.

Abgedeckt

Derzeit verfügt das UMTS-Netz von A1 nach Unternehmensangaben über eine Abdeckung von 42 Prozent der Bevölkerung. Jenseits der UMTS-Coverage können UMTS-Nutzer automatisch im GSM-Netz telefonieren. Probleme gibt es mit dem UMTS-Empfang - nach einem ersten Test der APA - noch in Gebäuden. Mobilkom-Sprecherin Ursula Novotny bestätigte dies: "Die Indoor-Versorgung ist derzeit nicht optimal." Man sei aber bemüht, UMTS "innerhalb der nächsten Jahre an die Qualität von GSM heranzuführen".

Speed

Positiv bei UMTS: Bereits jetzt ist die Übertragungsgeschwindigkeit von UMTS etwa zehn Mal schneller als jene der Vorgängertechnologie GPRS. Videos lassen sich damit - wenn die Netzversorgung stimmt - praktisch "ruckelfrei" betrachten.

Derzeit können Kino-Previews, ORF-Nachrichten, "Zeit im Bild"-Wetter, Fußballtore und Verkehrsinfo über Video-Streaming betrachten. Insgesamt hat die Mobilkom nach eigenen Angaben Kooperationen mit 95 Content- und Softwareunternehmen geschlossen. Der ORF stelle zwei Mal täglich aktuelle Nachrichten (ORF-Newsflash) sowie "Wien Heute" zur Verfügung. Demnächst soll es auch n-TV- und CNN-Nachrichten am Handy geben.

Infos

Location Based Services (LBS), bei denen der Kunde lokalisiert wird und mit ortsspezifischen Angaben (etwa wie komme ich zum nächsten Restaurant, Kino oder Bankomaten?) funktionieren derzeit noch nicht, sollen aber der Schwerpunkt für die nächsten Services sein. Angeboten werden soll künftig auch Videotelefonie (für 50 Cent pro Minute). Von dem ersten A1-UMTS-Handy - ein Siemens-Gerät, das die Mobilkom zum Erstanmeldungspreis von 799 Euro verkauft - wird die Bildtelefonie aber noch nicht unterstützt.

Konkurrenz

Nächster UMTS-Anbieter in Österreich wird der Mitbewerber Hutchison sein. Mit seinem UMTS-Dienst "3" will die Österreichtochter des Konzerns aus Hongkong als sechster heimischer Mobilfunkanbieter am 5. Mai auf den Markt kommen. Das erste UMTS-Gerät von "3" - ein NEC-Handy - wird mit 576 Euro ein wenig billiger sein und Videotelefonie von Anfang an unterstützen.

Die anderen vier Handynetzbetreiber, die eine der österreichischen UMTS-Lizenzen erworben haben, beteiligen sich nicht an diesem Wettrennen. T-Mobile Austria will mit UMTS im Juni 2003 mit "friendly customers" starten, für das zweite Halbjahr ist der Echtbetrieb geplant. One will nicht starten, "bevor es nicht funktionierende UMTS-Geräte gibt", und rechnet daher "eher mit einem Start im 4. als im 3. Quartal 2003". tele.ring plant einen Start erst für Ende 2003 und was die spanische Telefonica machen wird, ist derzeit noch offen.(APA)

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