Kooperation in Oberösterreich

25. April 2003, 13:46
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... zwischen Wissenschafter Josef Penninger und Biotechnologie- Forschungstätte des Landes - Nanoreader scannt eine Million Zellen in vier Minuten

Linz - Der aus Oberösterreich stammende Mediziner und Wissenschafter Josef Penninger wird künftig eng mit der oberösterreichischen Biotechnologie-Forschungstätte des Landes kooperieren. Das gaben am Freitag Landesrat Josef Fill (V) und Penninger in einer gemeinsamen Pressekonferenz in Linz bekannt. Der Mediziner hat Moleküle entdeckt, die bei Immunerkrankungen eine wesentliche Rolle spielen. Die oberösterreichischen Bio-Forscher seien mit ihren Technologien bereits soweit fortgeschritten, dass sie diese genau definieren und neue Therapieansätze für Immunerkrankungen entwickeln können.

Das Land Oberösterreich unternahm vor zwei Jahren den Schritt in die Biotechnologie. Mit einer Investition von 2,1 Mio. Euro wurde das "Zentrum für Biomedizinische Nanotechnologie" in Linz aufgebaut. Das Zentrum ist Teil der "Upper Austrian Research" (UAR), der Forschungsholding des Landes. Die Investitionen "haben sich bereits jetzt gelohnt", betonte Fill. Mit einem so genannten Nanoreader, auf dem die UAR das Weltpatent besitze, stehe ein Gerät zur Verfügung, dass die Fähigkeit habe, eine Million Zellen in vier Minuten zu scannen.

Vorgänge an lebenden Zellen studieren

"In wenigen Minuten kann man genaue Aussagen über Position und Lage einzelner Proteinmoleküle auf der Oberfläche von Zellen machen und mögliche Veränderungen mit Krankheiten in Verbindung bringen", erklärte Fill. Besonders Immunkrankheiten sowie Krebs stehen im Verdacht, dass die Veränderung der Oberflächenmuster von Proteinen Krankheitsursache sind. Mit dem Nanoreader soll es in Zukunft möglich sein, all diese Vorgänge an lebenden Zellen zu studieren.

Auch international habe die Entwicklung dieses Gerätes Aufsehen hervorgerufen, betonte Fill. "So wird das Zentrum für Biomedizinische Nanotechnologie gemeinsam mit dem weltberühmten Biotechnologen, Krebsforscher und Nobelpreiskandidaten Professor Penninger an der Aufklärung von neuen Molekülen, die eine wesentliche Rolle bei Immunerkrankungen spielen, zusammenarbeiten."

In Erwartung weiterer Forschungserfolge

Bekannt wurde Penninger durch Entdeckungen wie beispielsweise die des Osteoporose-Gens beziehungsweise für die Identifizierung jenes Genes, das den Zelltod verursacht und somit eine wichtige Rolle bei der Krebsentstehung spielt. Er erwarte sich "von der in Linz entwickelten einzigartigen Technologie" weitere Forschungserfolge, sagte der Mediziner. Der Nanoreader ermögliche es ihm, "direkt sehen zu können, wie meine neu entdeckten Moleküle arbeiten und welche Funktion sie haben". Das ergebe neue Therapieansätze und die Möglichkeit nach Medikamenten für Volkskrankheiten wie Rheuma, Osteoporose und Krebs zu suchen.

"400 Millionen Euro investieren Pharmafirmen heute im Schnitt für ein neues Präparat", so Fill. Die oberösterreichische Technologie solle dazu beitragen, die Entwicklungszeit zu verkürzen und Kosten zu sparen. (APA)

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    Josef Penninger

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