Die Erste und Einzige bei der Feuerwehr

25. April 2003, 12:43
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Susanne Neschkudla: ""Sie haben sich inzwischen an meinen Anblick gewöhnt"

Wien - "Sie haben sich inzwischen an meinen Anblick gewöhnt", zieht Susanne Neschkudla nach fünf Jahren bei der Feuerwehr lächelnd Bilanz. "Aber ich hab' mich von Anfang an wohl gefühlt. Das sind alles nette Burschen, da gibt's nix." Neschkudla ist nach wie vor die erste und einzige Frau bei der Wiener Feuerwehr - "aber vielleicht bekomme ich bald Verstärkung." "Zu neunzig Prozent kann bald die Tochter eines Mitarbeiters mit der Ausbildung beginnen, die ist bei den Tests sehr gut unterwegs", bestätigt Branddirektor Friedrich Perner.

Eine Hürde beim Aufnahmetest: Fünf Klimmzüge und 25 Liegestütze müssen absolviert werden. "Sportlich sollte man schon sein", so Neschkudla. "Der Beruf ist nicht immer ein Kraftakt. Aber manchmal kommt man schon an seine Grenzen." Am Wichtigsten sei aber, "dass man flexibel und teamfähig ist".

Ihr bisher schlimmster Einsatz? "Wenn jemand schwer verletzt in einem Auto eingezwängt ist und das alles nur an einem dünnen Faden hängt. Ob man schnell genug ist, diese Staniolkugel von einem Auto aufzuschneiden." Aber es gab auch witzige Einsätze. "Einmal hieß es, da sei ein schwer verwirrter Mann, der ganz komische Geräusche von sich gibt. Als wir dann rein-gingen, war's eine Harley Davidson, bei der gerade die Batterie den Geist aufgab." (frei/DER STANDARD, Printausgabe 25.04.2003)

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