Wiener Börse: Rückschlag bietet selektive Einstiegschancen

13. August 2010, 14:41
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Ein Kommentar aus dem Equity Weekly der Erste Group von Günther Artner

Diese Woche sahen wir an der Wr. Börse einen etwas unerwartet heftigen Rücksetzer um 5,5%. Ausgelöst wurde die negative Entwicklung durch vorsichtige Kommentare der US-FED, die global zu Gewinnmitnahmen führten und daher natürlich die Wr. Börse überdurchschnittlich betroffen hat. Das nervöse Auf und Ab an den Börsen hat sich damit weiter fortgesetzt und wird sich vermutlich auch noch weiter fortsetzen. Stock Picking ist in diesem Umfeld weiterhin sehr wichtig.

Wochengewinner gab es diese Woche eigentlich nur zwei im ATX - nämlich einerseits EVN (+0,5%, der typisch defensive Wert in solchen Situationen) und Semperit (+0,2%), wobei letztere diese Woche mit wirklich beeindruckenden Q2-Zahlen hat aufwarten können. Wir haben als Reaktion darauf unser EUR 38 Kursziel und die Kaufempfehlung bestätigt und zusätzlich den Wert in unseren Research-Zertifikaten auch nochmals höher gewichtet. Auf der Verliererseite standen diesmal Raiffeisen Int. (-9,6%, ein Wert mit hohem Beta-Faktor in solchen Bewegungen), Intercell (-8,3%, die damit leider eher den Abwärtstrend wieder aufzunehmen scheint) und voestalpine (-8,2%, wo negative Sektorkommentare belastet haben). Empfehlungsseitig haben wir die Österr. Post diese Woche - nach guten Q2-Zahlen - auf Akkumulieren hochgestuft. Bei A-TEC haben wir allerdings eine klare Verkaufsempfehlung ausgesprochen, v.a. aufgrund des schwachen Auftragseingangs. Bei Andritz haben wir unsere
Akkumulieren-Empfehlung bestätigt und das Kursziel auf EUR 56,4 erhöht. RHI und BWT bleiben klare Kaufempfehlungen. Bei Palfinger werden wir in der nächsten Woche eine neue Analyse veröffentlichen, wobei uns hier die Bewertung der Aktie als tendenziell hoch erscheint.

Auch wenn das Auf und Ab an den Börsen noch weitergehen sollte, aus Value-Gesichtspunkten sehen wir in Wien zahlreiche wirklich günstige Werte - vor allem Semperit, OMV, RHI, BWT, CAToil, conwert, Sparkassen Immo und Vienna Insurance Group. Bei diesen Werten würden wir derzeit weiter zugreifen und man sollte sich auch von den Tagesschwankungen nicht irritieren lassen.

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