Ifo sieht für Spanien und Griechenland schwarz

11. August 2010, 12:58
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Die aktuelle Wirtschaftslage beurteilen die Wirtschaftsforscher nur in Österreich, Deutschland und der Slowakei positiv

München/Brüssel - Die aktuelle Wirtschaftslage wird in der Eurozone nur in Österreich, Deutschland und der Slowakei positiv beurteilt. Wie das Münchner ifo-Institut am Mittwoch zu seiner Wirtschaftsklima-Umfrage mitteilte, wird die wirtschaftliche Situation vor allem in Griechenland, Irland, Spanien und Portugal schlecht beurteilt. In Spanien und Griechenland rechnen die Experten sogar mit einer weiteren Verschlechterung der Wirtschaftslage in der zweiten Jahreshälfte 2010.

Was Spanien betrifft, so rechnet auch die dortige Regierung mit einer Verschlechterung der Lage. Im zweiten Quartal des Jahres hatte Spanien ein Wirtschaftswachstum von 0,2 Prozent erzielt. "Der Wert für das dritte Quartal wird ungünstiger sein", sagte der sozialistische Regierungschef Jose Luis Rodriguez Zapatero. Die spanische Regierung will allerdings trotz der hohen Staatsschulden wieder mehr Geld für die Ankurbelung der Wirtschaft ausgeben. Madrid plant die Wiederaufnahme von Bauprojekten, die erst kürzlich im Rahmen der Sparpolitik auf Eis gelegt worden waren. Zehn Milliarden Euro sollten so eingespart werden.

Optimismus gedämpft

In allen anderen Ländern des Euroraums fallen die Erwartungen für die kommenden sechs Monate dagegen positiv aus, sind allerdings nicht mehr ganz so optimistisch wie in der ersten Jahreshälfte.

Besser sieht es beim Wirtschaftsklima aus. Hier wird für das dritte Quartal 2010 neuerlich ein Anstieg vorausgesagt, und zwar von 102,3 im zweiten Quartal auf nunmehr 106,5 Punkte. Dies ist trotzdem noch niedriger als der 15-jährige Durchschnitt (1994-2009) mit 110,4 Punkten. Den Tiefpunkt hatte es im ersten Quartal 2009 mit nur 55,8 Punkten gegeben.

Langsame Erholung

Die Erwartungen für die nächsten sechs Monate schwächten sich zwar erneut ab (von 116,4 auf 104,9 Punkte), blieben aber insgesamt positiv. Die neuesten Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich die konjunkturelle Erholung in der zweiten Jahreshälfte fortsetzen wird, allerdings verlangsamt.

Die Inflationserwartungen für 2010 liegen mit 1,6 Prozent zwar über dem Vergleichswert für 2009 (0,7), aber weiterhin deutlich unter der mittelfristigen Zielmarke der EZB. Immer weniger Experten des ifo-Instituts erwarten, dass die Leitzinsen im kommenden halben Jahr angehoben werden. Im Einklang mit den weniger günstigeren Konjunkturperspektiven und keiner Beschleunigung der Inflation rechnen auch weniger Fachleute als in der vorangegangenen Umfrage mit steigenden langfristigen Zinsen in den kommenden sechs Monaten.

Der US-Dollar gilt in Relation zum Euro nun nicht mehr als unterbewertet. Es wird mit einem stabilen Euro-Dollar-Wechselkurs in den nächsten sechs Monaten gerechnet. (Reuters/rb)

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    Der Ifo-Ausblick auf die wirtschaftliche Zukunft der Eurozone erzeugt eher gemischte Gefühle (wie vielleicht auch der Blick auf das äußerst raffiniert posierende Schwanenpaar).

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