Laun rudert zurück: Doch keine Strafe Gottes

8. August 2010, 18:02
120 Postings

Salzburger Weihbischof nimmt umstrittene Aussagen zurück, wonach die verheerenden Ereignisse in Duisburg Gottes Wille gewesen seien

Salzburg/Wien - Salzburgs Weihbischof Andreas Laun rudert zurück. Noch am Freitag hat er in seinem Blog auf der konservativen Website kath.net die Ereignisse bei der Loveparade im deutschen Duisburg in die Nähe einer "Strafe Gottes" gerückt - bei dem Techno-Fest waren am 24. Juli 21 Besucher ums Leben gekommen, mehr als 500 wurden verletzt. Jetzt schreibt Laun unter dem Titel "Klarstellung der Klarstellung" , er sei falsch interpretiert worden.

"Kein Recht, ein Urteil zu fällen"

"Auch ich bin überzeugt, dass wir Menschen nicht das Recht haben, über andere Menschen jenes richterliche Urteil zu fällen, das nur Gott zusteht" , heißt es in Launs Reaktion. Er habe die Gleichung "Loveparade ist Sünde ist gleich Unglück ist Strafe Gottes" in seinem ursprünglichen Text klar verneint. Er hatte die Loveparade allerdings sehr wohl als "Aufstand gegen die Schöpfung" und "Sünde" bezeichnet.

Laun macht immer wieder mit umstrittenen Äußerungen von sich reden. Innerhalb der Erzdiözese Salzburg ist er damit weitgehend isoliert, seine Kolumne im Kirchenblatt wurde vor einiger Zeit abgesetzt. (Markus Peherstorfer, DER STANDARD Printausgabe, 9.8.2010)

 

Share if you care.