Drah di net um, der Kommissar 2.0 geht um

6. August 2010, 19:55
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Im Kampf gegen verbotene Internet-Inhalte wie Kinderpornografie arbeiten Polizei und Provider längst zusammen. Das Problem dabei: Die Täter kommen meistens über ausländische Server ins Netz

Wien - 10.500 Freunde - davon können viele Facebook-Nutzer nur träumen, das heimische Bundeskriminalamt (BK) hat diese Anzahl an Fans innerhalb eine halben Jahres gesammelt. Seit Jahresbeginn erhalten die BK-Anhänger unter anderem Aufforderungen, sich an der Suche nach Vermissten zu beteiligen, Tipps gegen Taschendiebe oder Einbrecher, aber auch Warnungen vor dubiosen Online-Bekanntschaften und vor Falschgeld-Betrügern im Urlaub.

Grundsätzlich kümmern sich die BK-Cybercops um zwei Aufgabenbereiche: Herkömmliche Delikte, wie zum Beispiel Betrug, aber eben via Internet, und um reine Computer- und Netzwerkkriminalität. Zu letzterem zählen die berüchtigten Massen-E-Mails, die horrende Summen versprechen, wenn man nur wenige hundert Euro etwa für die Bereitstellung eines Kontos investiert. "Leider fallen noch immer Menschen auf die Tricks herein" , bedauert BK-Sprecher Alexander Marakovits. In manchen Fällen seien Opfer sogar ins Ausland gelockt worden, etwa nach Spanien oder Südafrika. In Einzelfällen hätten Opfer mehrere 100.000 Euro verloren.

Bei verbotenen Internetinhalten wie Kinderpornografie sitzen die Anbieter fast immer im Ausland. Von den 695 im ersten Halbjahr eingegangenen Hinweisen auf Kinderpornos betrafen 432 (rund 62 Prozent) Server in den USA, 76 in Deutschland, 52 in Russland und 45 in den Niederlanden. In Österreich funktioniert die Löschung der verbotenen Inhalte problemlos. Nach der Beweissicherung löschen Provider die illegalen Daten. Der Prozess dauert weniger als eine Stunde. (Michael Simoner, DER STANDARD/Printausgabe, 07./08.08.2010)

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    Cyber-Cops des Bundeskriminalamts ermitteln im Web. Sie nützen auch Netzwerke wie Facebook.

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