Erneut Zivilisten getötet

6. August 2010, 14:40
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ISAF drückt Bedauern aus

Kabul - Militäroperationen und Taliban-Anschläge haben in Afghanistan erneut Zivilisten das Leben gekostet. Die NATO-geführte Schutztruppe ISAF teilte am Freitag mit, bei zwei Sprengstoffanschlägen der Taliban in den östlichen Provinzen Kunar und Ghazni seien am Vortag zwölf afghanische Bauarbeiter getötet worden. Unbeteiligte starben auch bei einem Einsatz ausländischer und afghanischer Truppen im Osten Afghanistans.

Die ISAF teilte dazu mit, mindestens vier, möglicherweise aber auch mehr als zwölf Zivilisten seien bei der Militäroperation am Mittwoch in der Provinz Nangarhar ums Leben gekommen. ISAF-Kommandant David Petraeus hatte erst vor wenigen Tagen in einer taktischen Direktive die Truppen angewiesen, sich stärker zu bemühen, Opfer unter der Zivilbevölkerung zu vermeiden. Die Soldaten seien auf der Suche nach Taliban-Anführern gewesen, als sie von mehreren Stellen aus beschossen worden seien, teilte die ISAF mit. Bei dem anschließenden Gefecht seien 15 bis 20 Aufständische getötet worden, darunter zwei Taliban-Anführer. Auch bei ihrem Rückzug seien die Truppen beschossen worden. Sie seien deshalb aus der Luft unterstützt worden.

In der ISAF-Mitteilung heißt es weiter, man bedauere die zivilen Opfer und werde mit der afghanischen Regierung zusammenarbeiten, um den Vorfall aufzuklären. Präsident Hamid Karzai hatte zuvor eine Untersuchung angeordnet. Nach Angaben des Präsidentenpalastes starben die Zivilisten, als eine Rakete ihr Haus traf. Zivile Opfer bei Einsätzen ausländischer Streitkräfte sorgen für wachsende Kritik der afghanischen Regierung und Bevölkerung. Zu den jüngsten Anschlägen meinte die ISAF, die Taliban würden eine Anordnung von ihrem Anführer Mullah Omar missachten, zivile Opfer zu vermeiden. "Es scheint, dass Mullah Omar das Kommando und die Kontrolle über die Taliban verloren hat."

Bei einem Anschlag im Osten Afghanistan starb am Freitag nach ISAF-Angaben ein Soldat. Die Schutztruppe machte wie üblich keine Angaben zur Staatsangehörigkeit des Opfers. (APA)

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