Ökobilanzen

6. August 2010, 16:46
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Ökobilanzen sind eine wichtige Ergänzung zu den ökonomischen Bilanzen geworden, weil Ressourcenschonung helfen kann, Kosten zu reduzieren

Ist es schon schwierig genug, eine Öko-Bilanz für den berühmten Joghurtbecher zu erstellen, erscheint dies bei einem dermaßen komplizierten Produkt wie dem Automobil doch nahezu unmöglich. Mittlerweile kann sich aber auch die Autoindustrie diesem Prozess nicht mehr entziehen. Immerhin ist es in einer eigenen Norm (ISO 14040) geregelt, wie so eine Ökobilanz oder LCA, also Life Cycle Assessment, im Detail auszusehen hat.

Der Lebensweg eines Produkts beginnt jedenfalls beim ersten Spatenstich zur Hebung der Rohstoffe bis hin zum letzten Arbeitsschritt beim Recycling. Dazwischen liegen Unmengen an Einflussgrößen. Neben dem CO2-Ausstoß, der abhängig ist vom Energieverbrauch und der Energiequelle (eine besondere Herausforderung ist in dieser Hinsicht das Elektroauto, das je nach Herkunft des Stroms ökologisch extrem unterschiedlich zu bewerten ist), werden auch andere Größen analysiert, etwa der Wasserverbrauch.

Während man sich anfangs eher um die Schadstoffe im Abwasser sorgte, geht es jetzt, da Wasser in vielen Regionen Mangelware ist, sozusagen ums Ganze. Auch Luftschadstoffe wie Schwefeldioxid und Stickoxide werden erfasst.

Und letztlich bleibt bei der penibelsten Kreislaufwirtschaft immer noch Abfall übrig, der entsorgt werden muss. Abgesehen von den rein produktbezogenen Daten kann man noch einen Schritt weitergehen und die sozialen Bedingungen untersuchen, etwa die Zahl der Arbeitsunfälle oder Arbeitsbedingungen allgemein. Ökobilanzen sind mittlerweile eine wichtige Ergänzung zu den ökonomischen Bilanzen geworden, weil Ressourcenschonung helfen kann, Kosten zu reduzieren, was ja im Brennpunkt jedes Unternehmens steht. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/06.08.2010)

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    Vom Joghurtbecher bis zum Auto: Ökobilanzen helfen, Kosten zu reduzieren.

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