CSU denkt über bayerisch-österreichisches Fernsehen nach

24. April 2003, 20:19
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BR-alpha nicht mehr zu finanzieren, Kooperation mit ORF soll geprüft werden

In Bayern gibt es Überlegungen, nach denen das bisherige Bildungsprogramm des Bayerischen Fernsehens, BR-alpha, in Zukunft als vollwertiges Programm zusammen mit dem österreichischen ORF produziert werden könnte. Ein entsprechender Vorschlag ist einem Papier der Medienkommission der in Bayern regierenden CSU zu entnehmen, das der APA vorliegt.

Unterfinanzierter "Volkshochschulsender"

Das über Kabel und Satellit zu empfangende BR-alpha könne als unterfinanzierter "Volkshochschulsender" in seiner jetzigen Form nicht weiterfinanziert werden, heißt es in dem Papier. Eine Alternative zu seiner Einstellung sei die Weiterentwicklung zu einem echten zweiten Programm des Bayerischen Fernsehens. Dabei sei zu prüfen, ob ein "modernes und junges Programm mit Informations- und Unterhaltungselementen" als "Gemeinschaftsproduktion" mit dem ORF entstehen könnte.

Der ORF und BR-alpha kooperieren schon lange. Seit Anfang 2002 ist fünf Mal pro Woche ein Österreich-Fenster (Alpha Österreich) zu sehen. Insgesamt hat der ORF im Vorjahr rund 250 Stunden Programm beigesteuert. Über die Grenzen blickt der ORF derzeit auch anderweitig: ORF 2 soll europaweit über Satellit unverschlüsselt ausgestrahlt werden. Derzeit prüft eine Arbeitsgruppe, wie dieses Projekt mit dem Arbeitstitel "ORF 2 free to air" zu realisieren wäre. Für viele Programme hat der ORF nämlich nur die Rechte für die Ausstrahlung in Österreich. ORF-Planungschef Wolfgang Lorenz, Kopf der Arbeitsgruppe, ist derzeit auf Dienstreise und war daher am Donnerstag vorerst nicht zu erreichen.

"ORF 2 free to air" wäre eine "zusätzliche Aufgabe", über die in der öffentlich-rechtlichen Anstalt derzeit intensiv nachgedacht wird. Für solche neuen Aufgaben wurden von der ÖVP-FPÖ-Koalition in ihrem Regierungsprogramm nämlich "zusätzliche Einnahmen" in Aussicht gestellt. (APA)

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