Brasilien: "Lulas" Kampf gegen den Analphabetismus

24. April 2003, 11:03
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Projekt mit Brasiliens Industrie als Sponsor gestartet - 20 Millionen Menschen im Land können nicht lesen und schreiben

Brasilia - Der brasilianische Präsident Luiz Inacio "Lula" da Silva hat mit dem Nationalen Industrie-Verband ein Projekt zur Alphabetisierung von zwei Millionen Brasilianern beschlossen. Der Sozialist unterzeichnete am Mittwoch (Ortszeit) eine Vereinbarung zwischen Regierung und Privatwirtschaft, wonach der von dem Verband geförderte Unterricht im Juli beginnen soll. Nach Angaben des Bildungsministeriums gibt es in Brasilien 20 Millionen Analphabeten (Gesamtbevölkerung 168 Millionen). Nach Vorstellungen von Bildungsminister Cristovam Buarque sollen sie alle binnen vier Jahren Lesen und Schreiben lernen.

Auch wenn in dieser Zeit nur fünf oder zehn Millionen Brasilianer alphabetisiert würden, wäre das bereits ein Sieg, betonte der Präsident. In der Vergangenheit sei die Alphabetisierung nicht am Geld gescheitert, sagte Lula. Vielmehr sei die mangelnde Bildung ausgenutzt worden, um Machtstrukturen zu erhalten. Der ehemalige Gewerkschaftsführer Lula hatte sein Amt im Jänner angetreten und weitreichende Reformen im Wirtschafts- und Sozialsystem versprochen. (APA)

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