Der Marathon in Richtung Invalidität

23. April 2003, 20:49
23 Postings

Wie heißt es so schön: "Sport ist Mord" - nach Olympia-Teamarzt ist der Einstieg ins Marathon-Boot jedenfalls "das Dümmste, was man machen kann"

So viel versprechend die Zukunftsaussichten der "Gen-Medizin" auch sein mögen, die Vorbeugung ist bei vielen chronischen Erkrankungen noch immer die beste Methode. Vor Freitzeitsport-Überbelastungen warnte bei der Pressekonferenz der Gesellschaft der Ärzte der Vorstand der Abteilung für Orthopädie am Donauspital und Olympia-Teamarzt Univ.-Prof. Dr. Alfred Engel.

Engel: "Dem Satz 'Steig ein, wir wollen heuer den Marathon laufen' zu folgen, ist das Dümmste, was Sie machen können. Statistisch gesehen erleidet man pro 1.000 Stunden Laufen 2,5 Verletzungen. Die Verletzungen beim Laufen korrelieren mit den gelaufenen Kilometern. Alle reden von den positiven Effekten auf das Herz. Kein Mensch redet davon, ob das 'Chassis' für die Belastungen ausreicht."

"Mit Schmerzen aus dem Bewerb"

Immerhin 60 Prozent aller Marathon-Läufer kämen mit Schmerzen aus dem Bewerb, so der Experte. Bei zehn Prozent hielten sich die Beschwerden dann längerfristig. Engel: "Ab dem 20. Lebensjahr beginnen die Knorpelzellen zu altern. (...) Es sollte ein gewisser Umdenkprozess stattfinden. Ich glaube, man sollte sich auch einen Zeitplan erstellen, wie lange man seine Gelenke im Leben belasten will." Das Laufen auf der "Knorpel-Reserve" werde diese nämlich aufbrauchen und nach der "Sucht" erst recht zur erzwungenen Immobilität führen. (APA)

  • Artikelbild
    foto: reuter/peter macdiarmid
Share if you care.