Kärntnerin forschte ihren Vergewaltiger im Internet aus

23. April 2003, 12:50
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Eine simple Suchmaschine fand untergetauchten Hoteldirektor - was der Polizei nicht gelang - Gesuchter wurde in Deutschland verhaftet

Klagenfurt - Eine 19-jährige Kärntnerin, die im Alter von zwölf Jahren vergewaltigt worden war, fand ihren Peiniger nun via Internet. Der 54-jährige Direktor eines Hotels in Deutschland wurde am Dienstag in Neuenrode im Sauerland verhaftet.

Hoteldirektor tauchte unter

Die Frau aus Heiligenblut (Bezirk Spittal) war vor sieben Jahren in Heiligenblut in einem Hotel, in dem ihre Mutter gearbeitet hatte, missbraucht worden. Als Täter wurde der damalige Hoteldirektor ausgeforscht, in Klagenfurt vor Gericht gestellt und rechtskräftig verurteilt. Danach versuchte er, eine Wiederaufnahme des Verfahrens zu erreichen. "Das Ganze hat sich bis ins vergangene Jahr hingezogen, bis er dann untergetaucht ist", sagte der Leiter der Kriminalabteilung Kärnten, Hermann Klammer. Seit Oktober vergangenen Jahres bestand ein internationaler Haftbefehl gegen den Österreicher.

Suchmaschine

Wie die "Kleine Zeitung" in ihrer Mittwochausgabe berichtet, stieß die Frau über das Internet auf den Mann. Sie hatte schlicht seinen Namen in eine Suchmaschine eingegeben und wurde fündig. Ein Osterwochenende in einem Hotel in Deutschland in einem Erlebnishotel im Sauerland wurde angeboten, der Direktor habe ein exquisites Programm zusammengestellt.

Verhaftung

Die Formulierungen kamen der jungen Frau bekannt vor, der Name stimmte, sie wandte sich an die Gendarmerie in Heiligenblut. Danach nahm die Sache ihren Lauf, die Kriminalabteilung informierte die deutschen Kollegen in Lüdenscheid, diese schalteten das Bundeskriminalamt ein. Als sich herausstellte, dass der Hoteldirektor tatsächlich der Gesuchte war, wurde er verhaftet.

Klammer: "Wir haben den deutschen Kollegen bereits im März Homepage, E-Mail-Adresse und auch eine Telefonnummer des Gesuchten übermittelt." Warum die deutschen Behörden nicht früher aktiv geworden waren, das könne er nicht sagen. Die Kärntner Exekutive habe jedenfalls intensiv ermittelt, zahlreiche Hinweise erhalten, die samt und sonders nach Deutschland geführt hätten, und die dortigen Dienststellen auch immer wieder informiert. (APA)

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