EU-Geld für Forschung in der Infogesellschaft

22. April 2003, 11:06
posten

Förderprogramme für Multimediaprojekte

Nicht mehr der PC, sondern "unsere Umgebung ist die Schnittstelle" zu den Informationssystemen: So lautet die Vision der EU für die nächste Stufe der Multimediaforschung. Die Informationsgesellschaft soll nicht nur lesend und schreibend vor dem Bildschirm, sondern "intuitiv, unter Gebrauch aller Sinne" zusammenwachsen.

Damit all dies etwas rascher Wirklichkeit wird, stellt die Europäische Union zwischen 2002 und 2006 insgesamt rund 3,6 Milliarden Euro für das Programm "Technologien der Informationsgesellschaft" (Ist) zur Verfügung. "Ist" ist eine der Prioritäten des Sechsten Forschungsrahmenprogramms der EU. Die erste Ausschreibungsrunde für Projektvorschläge mit einem Volumen von knapp über einer Milliarde Euro endet an diesem Donnerstag.

Die EU-geförderte Grundlagen- und Anwendungsforschung bei den Informations-und Kommunikationstechnologien soll auch dazu beitragen, die Initiative "e-Europe 2005" mit Leben zu erfüllen, die unter anderem elektronische Verwaltungsdienstleistungen in Europas Amtsstuben und schnelle Internetverbindungen in alle Universitäten und Forschungsinstitute bringen will.

Dazu müssen Unternehmen und öffentliche Einrichtungen aus verschiedenen europäischen Ländern zusammenfinden, um konkrete Multimedia-probleme zu erforschen. Fernziel: Computer und Netzwerke sollen in das Alltagsleben integriert werden und bei einfachster Handhabung Zugang zu einer Vielzahl von Diensten ermöglichen. Technisch bedeutet das den Ausbau von breitbandigen Leitungen und des Mobilfunks der dritten Generation, aber auch die Suche nach neuen Materialien neben dem allgegenwärtigen Silizium.

Anwendungen

Brüssel fördert Multimedia- projekte auch jenseits der Forschung. So will das Programm "eTen" praktische Anwendungen vorantreiben: Wer sich mit E-Health, E-Learning oder E-Government beschäftigt, kann Geld bekommen. Datenaustausch und Telematik in und zwischen Behörden wird von der Europäischen Union speziell durch das Programm "Ida" unterstützt. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22. 4. 2003)

Von Jörg Wojahn aus Brüssel

Information Society Technologies
TEN
Share if you care.