Der Krakauer Anti-Bier-Pakt

2. August 2010, 16:12
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"Lech, eiskalt" - eine Bierwerbung versetzte die Kaczynski-Partei in helle Aufregung

Ein etwas größeres Plakat gegenüber der Krakauer Wawel-Burg. "Durst auf Nervenkitzel? Lech, eiskalt!" steht - etwas frei übersetzt - in Riesenlettern darauf - und die Reklame für eine bekannte polnische Biermarke namens "Lech" bringt eine ganze Partei zum (Über-)Schäumen: Bekanntlich starb im April der polnische Präsident namens LECH Kaczynski bei einem Flugzeugabsturz. Und beigesetzt wurde der tote Zwilling (sein Bruder ritterte um die Nachfolge mit, unterlag aber gegen Bronislaw Komorowski) - ja, genau: in einer Krypta unter der Wawel-Kathedrale.

Jaroslaw Kaczynski, dessen Partei übrigens mit "PiS" abgekürzt wird, nannte die Anbringung des Plakats an dieser Stelle "unangebracht". "Das ist mehr als unmoralisch, das ist ein Skandal!", schäumte Ryszard Czarnecki, ein EU-Abgeordneter aus den Reihen der PiS. Die Brauerei, die heute zum weltweit tätigen SABMiller-Konzern gehört, wies darauf hin, dass sie schon seit mehr als einem Jahr diesen Slogan verwendete, entschuldigte sich aber dennoch. Das Plakat werde im Übrigen ohnehin wieder eingerollt, weil der Vertrag mit Ende Juli auslief. Am Freitag wird Komorowski als neuer polnischer Präsident in Warschau angelobt, dann dürfte der ganze Nervenkitzel wieder vorbei sein. (map, derStandard.at, 2.8.2010)

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