Grand Christophe, Überfliegerin Vlasic

2. August 2010, 15:02
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Lemaitre vervollständigt am Schlusstag seine Gold-Sammlung mit der 4x100m-Staffel Frankreichs - Kroatin gewinnt Hochsprungduell mit Deutscher Friedrich, in das sich Emma Green aus Schweden entscheidend einmischte

Leichtathletik: Christophe Lemaitre zum Dritten zum Abschluss der EM
Hochsprung-Gold an Vlasic, im Weitsprung setzte sich Reif durch - Medaillenwertung an Russland (Von Birgit Egarter/APA aus Barcelona)

Barcelona (APA) - Als erster Franzose in der Geschichte der Leichtathletik hat Christoph Lemaitre drei Titel bei internationalen Meisterschaften gewonnen. Der 20-Jährige holte nach dem Sprint-Double am Sonntag zum Abschluss der 20. EM im Olympiastadion auf dem Montjuic mit der 4x100-m-Staffel Gold. Die Medaillenwertung gewann Russland vor Frankreich und Großbritannien.

Mit Jimmy Vicaut, Pierre-Alexis Pessonneaux und Martial Mbandjock vervollständigte Lemaitre seine Titelsammlung in Spanien, das Quartett siegte in 38,11 Sekunden vor Italien (38,17) und Deutschland (38,44). "Wir haben so gut zusammengearbeitet, von allen Medaillen ist das die Wichtigste", hieß es aus dem bei dieser EM so erfolgreichen französischen Lager. Bei den Frauen sprinteten überraschend die Ukrainerinnen zu Gold vor Frankreich und Polen, in den Bewerben über die 4 x 400 gingen die ersten Plätze an Russland, es war bei den Frauen das zweites Gold für Tatjana Firowa, sowie der einzige Bahn-Titel bei den Männer.

Zu einer französischen Angelegenheit wurde auch das Hindernisrennen der Männer, Mahiedine Mekhissi-Benabbad und Bouabdellah Tahri hatten sich gleich zu Beginn vom Feld abgesetzt, erst im Schlussspurt zog Mekhissi an und setzte sich in 8:09,28 Minuten durch. "Bob ist der Beste der Welt, er hat mich bei den französischen Meisterschaften geschlagen, heute hat es sich ein bisschen angefühlt wie eine Revanche, er tut mir fast ein bisschen leid", meinte der Sieger.

Über 5.000 m der Frauen verpatzte die Türkin Alemitu Bekele ihrer Landsfrau Elvan Abeylegesse den Langstrecken-Doppelpack, im 1.500-m-Rennen bescherte Nuria Fernandez dem Gastgeber Spanien noch eine Goldmedaille (4:00,20 Minuten), Silber ging an Hind Dehiba (FRA/4:01,17).

Der eine starke Serie werfende Weltmeister Robert Harting (dreimal über 68 Meter, dreimal über 66) musste sich im Diskusbewerb dem Polen Piotr Malachowski beugen, der mit 68,87 Meter 40 Zentimeter mehr schaffte als der Deutsche. "Technisch war das ein schlechter Tag für mich, aber so ist es eben. Ich habe ihn vergangenes Jahr geschlagen, er mich heuer", nahm es Harting sportlich. Der Österreicher Gerhard Mayer war in der Qualifikation gescheitert.

Wie bei der WM in Berlin vor einem Jahr hieß die Hochsprungsiegerin auch bei der EM Blanka Vlasic, die Kroatin überquerte als einzige Athletin 2,03 m und setzte sich vor der Schwedin Emma Green und der Deutschen Ariane Friedrich (je 2,01) durch. "Das ist keine leichte Saison für mich, ich bin nicht ich selbst, ich hatte null Selbstvertrauen und musste hart arbeiten, um einen guten Job zu machen", erklärte Vlasic, die schwer in den Wettkampf gekommen war und bei niedrigeren Höhen zwei Fehlversuche wegstecken musste.

Gold für das deutsche Team gab es dafür überraschend im Weitsprung, Christian Reif erreichte mit 8,47 Metern Jahresweltbestweite und verbesserte seine bisherige persönliche Bestmarke um gleich 20 Zentimeter. Er verwies Kafetien Gomis (FRA/8,24) und Chris Tomlinson (GBR/8,23) auf die weiteren Ränge.

 

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    Blanka Vlasic federt über die Siegeshöhe von 2,03 Meter.

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