Spitzenreiter in heimischer Klimageschichte

1. August 2010, 11:02
16 Postings

2,6 Grad über vieljährigem Mittel hatten massive Auswirkungen auf Gletscher: Eis täglich um sechs Zentimeter eingesunken

Wien - Der Juli 2010 findet Eingang in die heimische Klimageschichte. Die vergangenen Wochen zählten mit einer Abweichung von 2,6 Grad gegenüber dem vieljährigen Mittel zu den wärmsten Julis überhaupt. Insgesamt wurden um zwölf Prozent mehr Sonnenstunden registriert als gewöhnlich.

Mit 37,2 Grad am heißesten war es in St. Andrä im Lavanttal (Kärnten). Dieser Wert war nicht nur die höchste Temperatur des gesamten Juli 2010, sondern übertraf den bisherigen Höchststand dieser Messstation um ein ganzes Grad.  Der Tiefstwert lag mit 2,9 Grad in St. Jakob in Defereggen (Osttirol) am 28. des Monats.

Die Hitze zur Monatsmitte hatte auch massive Auswirkungen auf die großen Gletscher in den Alpen. Auf der Gletscherzunge der Pasterze (Großglockner) konnten die Klimatologen der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) pro Tag ein Einsinken des Eises um sechs Zentimeter messen.

Trotz der beiden Hitzewellen war die Niederschlagsbilanz in einigen Regionen dennoch ausgeglichen oder wurde sogar deutlich übertroffen. Die Schwerpunkte lagen dabei in Vorarlberg, im Innviertel und Weinviertel.

Die Sonnenstunden im Juli 2010 waren in nahezu allen Landesteilen deutlich mehr als in Vergleichmonaten anderer Jahre. Dies führte dazu, dass die klimatologischen Mittelwerte schon kurz vor Ablauf des Monats um zwölf Prozent übertroffen wurden. Sonnigster Ort Österreichs war Andau im Burgenland mit insgesamt 317 Sonnenstunden. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Auf der Gletscherzunge der Pasterze konnten die ZAMG-Klimatologen pro Tag ein Einsinken des Eises um sechs Zentimeter messen.

Share if you care.