Skurrile Begegnungen mit dem Gesetz

23. Juli 2010, 16:16
71 Postings

Andere Länder, andere Gesetze - und andere Strafen. Einige sind zum Schmunzeln, andere sollten aber durchaus ernst genommen werden

Auf Reisen sollte man sich auf fremde Kulturen, Bräuche und Traditionen einlassen und sich mit ihnen auseinander setzen. In manchen Fällen kann diese Begegnung der Kulturen aber auch ins Absurde abtriften - nämlich dann, wenn es um die Gesetze in anderen Ländern geht.

Phantasievoll und kreativ: die USA

Die USA sind bekannt dafür, mit sehr viel Kreativität und Einfallsreichtum immer wieder abstruse Gesetze und Regeln zu schaffen, die auch Urlaubern unter Umständen das Leben schwer machen können. Einige davon rufen jedoch maximal ein Schmunzeln hervor, vor allem jene, die das Miteinander von Mann und Frau organisieren sollen. In Utah etwa sind Ehemänner für kriminelle Vergehen ihrer Frauen verantwortlich, wenn die Vergehen während der Anwesenheit des Mannes begangen werden. Ehemänner dürfen in Detroit/Michigan ihre Frauen an Sonntagen nicht böse anschauen, in Alabama dürfen Männer in Anwesenheit von Frauen nicht auf den Boden spucken und außerdem ist es ihnen verboten, in der Kirche einen falschen Schnurrbart zu tragen, sofern dies die Kirchenbesucher zum Lachen bringen könnte.

In NYC gibt es ein Gesetz, das besagt, dass Männer Frauen nicht hinterher schauen dürfen. Tun sie es trotzdem, müssen sie Scheuklappen für Pferde tragen, wann immer sie spazieren gehen und 25 US-Dollar Strafe zahlen.

In Guernee, Illinois, hat man es Frauen, die mehr als 200 Pfund wiegen, verboten in Shorts auf Pferden zu reiten.

Einige dieser seltsamen Gesetze haben allerdings durchaus auch Vorteile. So ist es auf dem Flughafengelände von Halstead in Kansas verboten, laut zu Rülpsen und in Pennsylvania ist das Singen in der Badewanne untersagt.

Italiens "örtliche Anordnungen"

Italien ist das europäische Land der absurden Gesetze. Hier hat beinahe jede Stadt irgendeine Regelung, die zumindest für Staunen sorgt. Über 150 „örtliche Anordnungen" gibt es inzwischen in Italien.

In Eraclea ist es behördlich verboten, Löcher in den Sandstrand zu machen. Das Gesetz ist seit diesem Jahr wirksam und verbietet außerdem das Bauen von Sandburgen. In Capri wurde jüngst ein Paar festgenommen, das beim Laufen zu laut mit den Schuhen klapperte. In Eboli, ist das Küssen im Auto untersagt und wird mit empfindlichen Geldstrafen von bis zu 500 Euro bestraft. In Lerici darf man nicht mit dem Badeanzug auf die Straße gehen und auch keine nassen Handtücher auf seinen Balkon hängen. In Pordenone ist das Streiten mit der Verlobten verboten, in San Remo darf man sich nicht mit Prostituierten unterhalten.

Am Dante-Strand von Ravenna ist laute Musik verboten, ebenso verboten sind das Verteilen von Werbezetteln, das Sonnenbad ohne Oberteil und das Liegen am Strand auf den ersten 200 Metern des Lido - dafür darf man dort aber Laufen. In Vigevano wurde erst kürzlich eine Frau zur Zahlung 160 Euro Strafgeld verdonnert, weil sie sich am Fuß eines Denkmals in den Schatten gesetzt hat.

Weltweite Kuriositäten

Seltsam sind auch die Gesetze in einigen Kantonen der Schweiz. Hier darf nach 22 Uhr die Klospülung nicht mehr betätigt werden und Männer die mit Leidenschaft im Stehen pinkeln, müssen sich ab zehn Uhr hinsetzen, damit sie nicht durch die Lärmentwicklung die Nachbarn aufwecken.

Aber die Liste der absurden Gesetze lässt sich noch beliebig weiter führen und eigentlich müssen Touristen in fast allen Ländern dieser Erde vorsichtig sein, nicht durch Unwissenheit mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten. In Großbritannien etwa ist es verboten, eine Briefmarke mit dem Portrait der Königin verkehrt herum auf den Brief zu kleben.

In Australien darf man im betrunkenen Zustand - und nur dann - Sex mit einem Känguru haben. In Tasmanien dürfen Männer zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang keine Frauenkleider tragen.

Wer mit dem privaten Fahrzeug nach Frankreich reist, sollte besser nicht die fliegende Untertasse wählen, denn es ist gesetzlich verboten, damit auf einem Weinberg zu landen.

Vorsicht im Straßenverkehr

Und auch im Straßenverkehr gibt es einige Regeln, an die man sich halten sollte. Radfahrer in Connecticut etwa dürfen von der Polizei gestoppt werden, wenn sie schneller als 65 Meilen (ca. 105 km/h) in der Stunde fahren.

Es ist auch verboten, nach Sonnenuntergang auf der Straße rückwärts zu gehen. Ebenfalls interessant zu wissen ist, dass Strafzettel in Großbritannien nur dann gültig sind, wenn der Parkwächter beim Amtshandeln auch eine Uniformmütze trägt.

In Tennessee darf man aus dem fahrenden Auto heraus zwar keine Jagd auf Wild machen, aber dafür kann man Wale schießen ohne eine Strafe befürchten zu müssen.

Wenn in Russland ein Zug mitten auf der Strecke plötzlich anhält und nicht mehr weiterfährt, so mag das an einem alten Gesetz liegen, das besagt, dass der Zug anhalten muss, wenn ein Mensch entlang der Trasse schläft. Erst wenn dieser sein Nickerchen beendet hat, darf der Zug seine Fahrt fortsetzen.

Singapur muss sauber bleiben, wenn nötig mit Gewalt

In Singapur ist Sauberkeit oberstes Gebot. Um die Verschmutzung der Straßen durch Kaugummis zu unterbinden, wurden sowohl die Herstellung als auch der Import und Verkauf von Kaugummis 1992 verboten. Wer trotzdem nicht auf die Atemfrische verzichten kann, hat seit 2004 die Möglichkeit, Kaugummis in Apotheken zu kaufen - allerdings nur gegen Angabe von persönlichen Daten und Passnummer.

Darüber hinaus ist es in Singapur verboten, in den Fahrstuhl zu urinieren und wer vergisst, die Klospülung zu betätigen, muss unter Umständen mit einer Strafe von 500 Euro rechnen.

Bis hier her mag man ja über die übertrieben anmutenden Gesetze noch amüsiert mit den Augen gerollt haben. Allerdings sind diese Regeln durchaus ernst zu nehmen und sollten auf jeden Fall eingehalten werden. Denn in Singapur wird unter Umständen auch zu bedenklichen Methoden gegriffen, um die Einhaltung der Gesetze zu gewährleisten. Stockschläge sind ein übliches Mittel, um Vergehen zu bestrafen und erst kürzlich wurde der 32-jährige Schweizer Oliver F. von einem Gericht in Singapur zu fünf Monaten Gefängnis und drei Stockschlägen verurteilt, weil er auf einen U-Bahn-Wagen in Singapur einen Schriftzug aufgesprayt haben soll. (red)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Wer in Italien Schatten sucht, findet unter Umständen Ärger mit den Behörden.

Share if you care.