Nutzer hassen und brauchen Facebook

21. Juli 2010, 11:40
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Soziales Netzwerk am unteren Ende der US-Kundenzufriedenheit - Wachstum aufgrund der Verbreitung dennoch unaufhaltbar

Facebook zählt weltweit über 500 Millionen Nutzer und ist das größte soziale Netzwerk im Internet. Doch obwohl die Seite sich steigender Nutzerzahlen erfreut, scheinen immer mehr Anwender unzufrieden mit dem Angebot zu sein. Laut dem American Customer Satisfaction Index (ACSI) sei Facebook eines jener US-Unternehmen mit der niedrigsten Kundenzufriedenheit.

Untere 5 Prozent

Laut dem Index erreicht Facebook auf einer Skala von 100 Punkten lediglich 64 Punkte. Damit reiht sich das Netzwerk in die untersten 5 Prozent und gesellt sich zu weiteren populären Konzernen aus der Luftfahrt- und Telekombranche. Auch das soziale Netzwerk MySpace grundelt bei wenig rühmlichen 63 Punkten herum.

Angeführt wird die Kategorie "Social Media" vom freien Nachschlagewerk Wikipedia, das auf 77 Punkte kommt. Die Videoplattform Youtube erreicht 73 Punkte.

Gründe für die Unzufriedenheit

Laut dem ACSI seien die Nutzer aus drei Gründen besonders Unzufrieden mit Facebook. Demnach sorgen die "häufigen Änderungen an der Seite", "die Werbung" und die "Sorge um private Daten" für Unmut. "Facebook ist die wohl schlechteste erfolgreichste Website der Welt. Mit verwirrender Nutzerführung, vielen unausgegorenen Funktionen und etlichen Fehlern, die Benutzer, aber auch Entwickler nerven. Insofern ist Kritik im Fall Facebook sehr oft berechtigt - weit über die meist fokussierte Kritik an der Privatsphäre hinaus", kommentiert Social-Media-Experte Günter Exel gegenüber dem Nachrichtendienst pte.

Unausweichliche Monopolstellung

Der Konsumentenbericht erzeugt den Eindruck, dass Facebook-Nutzer eigentlich nicht sehr viel an Facebook mögen. Trotzdem gehen die meisten regelmäßig online und täglich kommen Scharen an neuen Nutzern hinzu. In Kürze will Facebook offiziell das Überschreiten der 500-Mio.-Nutzer-Grenze verkünden. ACSI erklärt auch, warum die User trotz Unzufriedenheit nicht davon laufen. "Facebook hat seine eigene Art von Monopol." Das Monopol kommt dadurch zustande, dass derart viele Menschen das Netzwerk nutzen. Damit sind wieder mehr Leute dazu "verdonnert", sich ebenfalls anzumelden, um mit Familie und Freunden vernetzt zu sein. Die Probleme, die Facebook hat, würden den Höhenflug des Netwerks jedenfalls nicht stoppen, ist Exel überzeugt. (zw/pte)

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    Facebook-Nutzer oftmals unzufrieden

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