Aussickerungen am Bohrloch sind laut BP natürlich

20. Juli 2010, 07:17
70 Postings

Öllecks beunruhigen auch US-Regierung nur leicht, aber: "Es gibt zu viele unbeantwortete Fragen" - Leck bleibt weiter verschlossen

Houston/Washington - Die unweit des defekten Bohrlochs von BP im Golf von Mexiko entdeckten Aussickerungen haben nach Unternehmensangaben einen natürlichen Ursprung. Mit dem Ölleck habe das nichts zu tun, sagte BP-Sprecher Mark Proegler am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Wissenschafter hätten das bestätigt. Auch für die US-Regierung sind die möglichen Lecks kein Grund für große Besorgnis.

Der Sonderbeauftragte für die Umweltkatastrophe, Thad Allen, sagte, die über der Quelle angebrachte Kappe könne vorerst verschlossen bleiben. Falls der Druck stark stiege, würde der Verschluss aber gelöst, um weitere Lecks tief im Meeresboden zu vermeiden. Auch Allen sagte, das an anderer Stelle aussickernde Öl, etwa drei Kilometer vom Bohrloch entfernt, habe vermutlich nichts mit dem Defekt an der Quelle zu tun. Der Abdeckzylinder selbst habe auch ein kleines Leck. "Wir glauben aber nicht, dass dies derzeit Konsequenzen haben muss", sagte Allen. Es sehe danach aus, als habe das Steigrohr in der Quelle durch die Versiegelung keinen Schaden genommen.

"Es gibt zu viele unbeantwortete Fragen"

Für Optimismus sei es aber zu früh, sagte Allen. Zunächst müsse die Ursache dieser "Anomalien" geklärt werden. "Es gibt zu viele unbeantwortete Fragen." Der Belastungstest der Kappe sei zunächst bis Dienstag befristet. Sie hält seit vier Tagen das Öl davon ab, ins Meer zu strömen. Davor waren bis zu 8.200 Tonnen pro Tag aus einem Leck in 1.500 Metern Tiefe ins Meer geschossen. Über das weitere Vorgehen müsse mit einem Expertenteam beraten werden, das zahlreiche Testergebnisse auswerte, sagte Allen.

Aufsteigende Blasen werden untersucht

Ein weiterer BP-Sprecher sagte, derzeit würden zwei Arten von aufsteigenden Blasen untersucht. Zum einen gebe es eine langsam aufsteigende Gasblase am Meeresboden nahe des oberen Endes des Bohrlochs. Zudem stiegen Blasen nahe des oberen Ende des Bohrlochs auf, dort, wo die Kappe den Ölfluss stoppe. Der Sprecher sagte, bei den Blasen handle es sich möglicherweise eher um Stickstoff, der sich am Meeresboden über Tiefseebohrlöchern bilden könne, als um Erdgas, was auf ein bestehendes Leck hindeuten könnte.

Aus dem Bohrloch waren seit dem Untergang der Förderplattform "Deepwater Horizon" am 20. April mutmaßlich hunderte Millionen Liter Öl ins Meer geflossen. Vor wenigen Tagen hatte BP eine neue Kappe auf das beschädigte Förderrohr in rund 1600 Metern Tiefe aufgesetzt und diese versiegelt. (APA/Reuters)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    "Save our Seas"

Share if you care.