Sozialisten wählten neuen Parteichef

    10. Juli 2010, 16:30
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    Attila Mesterhazy mit 87 Prozent neuer Vorsitzender der MSZP

    Budapest - Mit 87 Prozent der Stimmen wurde Attila Mesterhazy auf einem Sonderparteitag der oppositionellen Sozialisten (MSZP) am Samstag in Budapest zum neuen Parteichef gewählt, berichtet die Ungarische Nachrichtenagentur MTI. Die bisherige Vorsitzende, Ildiko Lendvai, war wegen der vernichtenden Niederlage ihrer bis dahin regierenden Partei bei den Parlamentswahlen im April zurückgetreten. Die Wahl von Mesterhazy galt nicht als Überraschung, da der MSZP-Fraktionschef der einzige Kandidat für den vakanten Posten des Parteivorsitzenden war.

    In seiner Rede vor den rund 400 Delegierten erklärte Mesterhazy, der Sonderkongress würde ein neues Kapitel in der Geschichte der MSZP eröffnen. In den kommenden vier Jahren soll "gemeinsam die Einheit der Partei gewahrt, deren Neuaufbau realisiert und das Programm der Linken erfolgreich verwirklicht werden". Laut Mesterhazy würden die "Wölfe rund um das sozialistische Lager auf der Lauer liegen und beobachten, wann, wen und wie sie beißen können". Laut dem neuen MSZP-Vorsitzenden wird die Partei in den kommenden Jahren unter großen Druck stehen. Gefechte mit dem Gegner könnten nicht geführt werden, "indem man vor dem feindlichen Feuer ständig in Deckung geht". Nur mit einem "stabilen Hinterland kann der Krieg gewonnen werden".

    "Dramatisches Jahr"

    Mesterhazy betonte die Wichtigkeit der Einheit der Partei, denn "ihre Zerschlagung könnte ihr Ende bedeuten". Zugleich versprach er den Aufbau einer Partei, die das "Vertrauen der Menschen verdient". Den neuen Premier Viktor Orban bezeichnete Mesterhazy als "Illusionisten", der die "Menschen irreführte".

    Die MSZP habe das dramatischste Jahr ihrer Geschichte durchlebt, betonte die scheidende Parteichefin Ildiko Lendvai auf dem Kongress. Die Partei müsse "sauberer, besser, talentierter" werden. Eine der schwersten Aufgaben des neuen Vorsitzenden sei das "Finden des neuen Funktionsmodells". Die Sozialisten hätten keine Zeit "zu genesen". Obwohl in Ungarn "keine Revolution tobt, hat in Ungarn eine schnelle, in schlechte Richtung verlaufende politische Umgestaltung begonnen". Die MSZP sei nach der Wahl "lebensfähig ans andere Ufer gelangt", was jedoch nur eine "Chance bedeutet". (APA)

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