Pjöngjang bietet Gespräche zur Klärung des Schiffsuntergangs an

1. Juli 2010, 15:45
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Seoul lehnt Gesprächsangebot ab

New York - Zur Klärung der Umstände des Untergangs eines südkoreanischen Kriegsschiffs hat Nordkorea dem südlichen Nachbarn Gespräche auf Militärebene vorgeschlagen. "Die vernünftigste Art", diesen Zwischenfall zu klären, sei es, "sich zusammenzusetzen, um nach der Wahrheit zu suchen", heißt es in einem Brief Pjöngjangs an den UNO-Sicherheitsrat, der am Mittwoch (Ortszeit) bekannt geworden war. Seoul wies das Gesprächsangebot zurück.

Nordkorea habe Südkorea am vergangenen Sonntag ein Treffen von Arbeitsgruppen vorgeschlagen, um militärische Diskussionen auf ranghoher Ebene vorzubereiten, heißt es in dem der Nachrichtenagentur AFP vorliegenden Schreiben. Der Weltsicherheitsrat solle die Umsetzung des Vorschlags unterstützen. Zugleich weist Pjöngjang darin erneut den internationalen Untersuchungsbericht zurück, der Nordkorea für den Torpedoangriff auf die "Cheonan" verantwortlich macht. Dabei waren am 26. März im Gelben Meer 46 Matrosen ums Leben gekommen. Eine internationale Untersuchung ergab, dass das Schiff von einem nordkoreanischen Torpedo versenkt wurde. Pjöngjang bestreitet jedoch vehement jegliche Verwicklung.

Sicherheitsrat

Das Gesprächsangebot des Nordens lehnte Südkorea ab. Die Regierung in Seoul werde sich auf die Beratungen im UNO-Sicherheitsrat konzentrieren, sagte ein Außenamtssprecher am Donnerstag. Südkorea hatte Anfang Juni den Sicherheitsrat angerufen und fordert eine Verurteilung Pjöngjangs durch die internationale Gemeinschaft. Der Außenamtssprecher verwies darauf, dass es Gespräche mit Pjöngjang nur im Rahmen des Waffenstillstandsabkommens geben dürfe. Danach kann es nur Gespräche zwischen der nordkoreanischen Armee und dem US-geführten UNO-Kommando in Südkorea geben. Dies lehnt Pjöngjang ab. Das Waffenstillstandsabkommen war 1953 nach dem Ende des Koreakriegs geschlossen worden. Da kein Friedensvertrag zustande kam, befinden sich beide Länder formell weiter im Kriegszustand.

Ein südkoreanisches Gericht verurteilte am Donnerstag zwei nordkoreanische Agenten, die einen prominenten Überläufer ermorden wollten, zu zehn Jahren Haft. Nach Justizangaben waren die beiden Angeklagten geständig und wurden zudem von Zeugen schwer belastet. Sie hatten demnach den Auftrag, den früheren nordkoreanischen Spitzenfunktionär Hwang Jang-yop zu töten. Dieser flüchtete 1997 und lebt nun in Südkorea. Er war einst Lehrer des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-il. (APA)

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