Mädchen für Studie über Spinnenangst gesucht

30. Juni 2010, 13:19
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EEG-Vergleich zwischen Phobikern und Nichtbetroffenen - Therapie für Teilnehmerinnen kostenlos und erfahrungsgemäß meistens auch erfolgreich

Graz - Beim Anblick einer Spinne empfinden viele Menschen Ekel, Unbehagen - oder Angst bis hin zur Panik. Die kann so stark werden, dass von Arachnophobie betroffene Menschen Angst haben, das Auto aus der Garage zu holen, in den Keller zu gehen oder sich auch nur auf eine Wiese zu setzen. "Erhebungen zufolge leiden rund drei Prozent der Bevölkerung im deutschsprachigen Raum unter einer Spinnenphobie", sagte Verena Leutgeb, Projektverantwortliche an der klinisch-psychologischen/psychotherapeutischen Lehr- und Forschungsambulanz "PsyAmb", welche von Anne Schienle am Institut für Psychologie der Universität Graz geleitet wird. Besonders häufig sind Mädchen und Frauen von der Phobie betroffen.

In der Studie wird mittels EEG untersucht, was bei einer Spinnenphobie im Gehirn vor sich geht und wie sich die EEG-Ergebnisse von jenen nicht Betroffener bzw. therapierter Patienten unterscheiden. So wird es möglich werden, die Wirkung von Therapien zu überprüfen bzw. wie sie entsprechend verbessert werden können, erklärte Leutgeb.

Erfolgreiche Therapie

Die Grazer Forscherinnen haben im Vorjahr eine Studie mit erwachsenen Arachnophobikerinnen gemacht und 40 Patientinnen mit einer sogenannten Expositionstherapie behandelt. "Dabei lernen die Teilnehmer innerhalb einer Sitzung von vier Stunden, sich der Spinne auszusetzen: Sie bekommen Fotos von Spinnen gezeigt, greifen Plastikspinnen an und können zuletzt sogar Spinnen angreifen, wenn sie das tun möchten". Die Vorgangsweise scheint erfolgreich zu sein: "Mehr als 90 Prozent der Studienteilnehmerinnen haben ihre übertriebene Angst vor Spinnen verloren", berichtete Leutgeb.

Mittels der EEG-Messungen könne man zeigen, dass sich dabei nicht nur das subjektive Empfinden der Teilnehmer geändert hat, sondern auch im Gehirn Veränderungen stattgefunden haben, so Leutgeb. Zur Untermauerung der Ergebnisse sucht man nun für eine weitere Studie Mädchen im Alter zwischen acht und 13 Jahren, die große Angst vor Spinnen haben oder sich stark ekeln. Den Probandinnen werden Spinnenfotos gezeigt, während mittels EEG ihre Gehirnaktivierung gemessen wird. Die Messungen sind schmerzfrei und ungefährlich. Die Teilnehmerinnen erhalten einen Fahrtkostenzuschuss von 15 Euro und eine kostenlose Therapie. (APA/red)


Interessentinnen können sich am Institut für Psychologie der Universität Graz, Tel.: 0699/11 43 29 41 oder per E-mail: verena.leutgeb@uni-graz.at melden.

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    Nach erfolgreicher Therapie kein Anblick mehr, der Probleme bereiten würde.

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