Die Spielwiesen des Burgtheaters "rocken"

27. Juni 2010, 19:06
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Das Finale des Schülertheatertreffens

Wien - Spätestens als Direktor Matthias Hartmann begann, dem Publikum im Kasino am Schwarzenbergplatz Witze über Katzen, die "eine Runde ficken gehen", zu erzählen, war klar, dass der Abend ein spezieller werden würde. Vier Tage lang konnten sich beim Schülertheatertreffen des Wiener Burgtheaters junge Schauspielenthusiasten austoben. Am Samstagabend endete das von Annette und Peter Raffalt organisierte Treffen mit der Verleihung der Theater-Oskars, der mit jeweils 1250 Euro dotierten Jury- und Publikumspreise.

"Ihr habt die verschiedenen Spielwiesen der Burgtheater gerockt", rief der höchst enthusiasmierte und von Kopf bis Fuß "vergoldete" Moderator David Böse den aufgekratzten Schülern gleich zu Anfang zu (sein Chef Hartmann fragte sich völlig zu Recht, "warum dieser Mann im Betriebsbüro sitzt?"). Für Stimmung sollten auch Tabea Lendi und Band sorgen - aber das Publikum war zu aufgeregt zum Tanzen. Erst als die "Junge Burg"-Mitglieder alle Stücke noch einmal gehörig durch den Kakao zogen, tobte der Saal.

"Party, Party, Party!"

Jury- und Ensemblemitglied Maria Happel verlas anschließend zu jedem Stück lobendes Feedback, ehe Hayden Christensen und Kate Winslet - oder waren es zwei Theaterjährlinge? - die Oskars überreichten. Der Publikumspreis ging an den intergroup-Spielclub des Schauspielhauses Graz und seine Produktion von Stephen Simons Der Reiher. Ein Favoritensieg, den die Gewinner eindeutig kommentierten: "Unglaublich! Scheiße, Mann!"

Der Jurypreis blieb in der Hauptstadt. Ihn konnten sich die Schüler der Privatschule w@lz mit ihrer Aufführung von Der Kick sichern. Für die Preisträger selbst unglaublich: "Alle Stücke waren toll. Wir haben überhaupt nicht damit gerechnet!", sagt Benedikt. "Das muss erst mal sickern", ergänzt Kollegin Lea.

Die mit erlesenen Theaterkennern besetzte Jury hatte es angesichts des hohen Niveaus nicht leicht: "Die Entscheidung war richtig schwer - es waren einfach alle Gruppen ganz toll", berichtete Maria Happel. Entsprechend endete der Abend für alle Beteiligten ausgelassen: Am Buffet konnten Sieg und Niederlage verdaut werden, es gab "Sekt für alle!" und vier Tage harte Arbeit endeten mit "Party Party Party!" (han, wall, DER STANDARD/Printausgabe, 28.06.2010)

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