Nur noch eine Bietergruppe für "Le Monde"

28. Juni 2010, 11:08
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Interessenten um Sarkozy-Vertrauten ziehen sich zurück

 Nach wochenlangem Ringen um die Übernahme der französischen Traditionszeitung "Le Monde" sind die Weichen nun gestellt: Eine von zwei Bietergruppen zog ihr Angebot am Montag zurück. Es solle keine Entscheidung gegen die Journalisten des Blattes erzwungen werden, begründete die Bietergruppe um den französischen Verleger Claude Perdriel und den noch teilweise staatlichen Telefonkonzern France Telecom den Rückzug. Die Redakteursgesellschafter hatten sich am Freitag eindeutig für die andere Bietergruppe ausgesprochen.

Damit läuft nun alles darauf hinaus, dass eine Gruppe von Geschäftsleuten um den langjährigen Yves-Saint-Laurent-Lebensgefährten Pierre Berge bei der Zeitung einsteigen wird. Berge hatte zusammen mit dem französischen Bankier Matthieu Pigasse und dem Gründer des Internetanbieters Free, Xavier Niel, ein Angebot für "Le Monde" eingereicht. Berge hatte dem konservativen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy vorgeworfen, den Verkauf an ihn und seine Mitstreiter aus politischen Gründen verhindern zu wollen.

Sarkozy hatte sich laut "Le Monde"-Redaktion für Perdriels Konsortium ausgesprochen. Zu der Bietergruppe gehörte neben France Telecom auch die spanische Pressegruppe Prisa ("El Pais"). An der Spitze von France Télécom steht der Sarkozy-Vertraute Stephane Richard. Der Aufsichtsrat der "Le Monde"-Gruppe sollte am Montag über die Übernahme entscheiden.

Die Mediengruppe hatte im vergangenen Jahr 25,2 Mio. Euro Verlust gemacht. Der "Le Monde"-Gruppe droht ohne Millionen-Zuschüsse die Pleite, im Gespräch sind Summen von 80 bis 100 Mio. Euro. (APA)

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