"Nichts zu verlieren"

27. Juni 2010, 13:53
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Slowakei plant die nächste Sensation. Nach 3:2 gegen Italien nun Achtelfinale gegen die Nie­der­lande - "Wir haben neuerlich nichts zu verlieren"

Durban - Spätestens mit dem sensationellen Einzug ins Achtelfinale der WM in Südafrika sollte auch in der Eishockey-verrückten Slowakei das Fußball-Fieber entfacht worden sein. Nach dem überraschenden Coup gegen Titelverteidiger Italien bekommt es der WM-Debütant am Montag um 16.00 Uhr im Achtelfinale in Durban mit den Niederlanden und somit mit dem nächsten Giganten zu tun. "Wir sind Helden, in der Slowakei herrscht Euphorie, es ist unglaublich", meinte Teamchef Vladimir Weiss senior.

"Nichts zu verlieren"

Die Ausgangslage ist ähnlich wie vor dem 3:2-Triumph gegen die Italiener. "Wir haben neuerlich nichts zu verlieren, der gesamte Druck liegt bei den Niederländern", verkündete Mittelfeldspieler Miroslav Stoch stellvertretend für das gesamte slowakische Team. Auch der Trainer weiß natürlich um die Ausgangslage bestens bescheid. "Die Niederländer haben ein fantastisches Team. Viele ihrer Spieler stehen bei den besten Clubs der Welt unter Vertrag. Man braucht nur an Arjen Robben, Wesley Sneijder oder Robin van Persie denken", meinte Weiss.

Beim DVD-Studium des kommenden Kontrahenten sei es für Weiss sehr schwer gewesen, Schwächen zu finden. "Die Niederlande sind einer der Turnierfavoriten, aber man weiß ja nie was passiert. Das hat man auch gegen Italien gesehen", erklärte Weiss, der für den gesperrten Zdeno Strba Kamil Kopunek aufbieten dürfte.

Oranje gewarnt

Auch wenn in den Medien bereits übers mögliche Viertelfinale gegen Rekord-Weltmeister Brasilien spekuliert wird. Arjen Robben dürfte gegen die Slowaken neuerlich als Ersatzmann auf der Bank beginnen. Beim 2:1 gegen Kamerun hatte der Flügelflitzer seine ersten 20 Minuten der WM in Afrika bestritten und bereitete gleich das Siegtor vor. "Wir werden nichts überstürzen", sagte Teamchef Bert van Marwijk, der ansonsten aus dem Vollen schöpfen kann.

Die Slowaken sind Van Marwijk bereits in ihrer "beeindruckenden Qualifikation" positiv aufgefallen. "Deswegen war es für mich auch keine große Überraschung, dass sie Italien besiegt haben", erklärte der niederländische Bondscoach. Ein ähnliches Schicksal soll seiner Truppe aber erspart bleiben. "Wir dürfen die Slowakei auf keinen Fall unterschätzen, wir müssen konzentriert spielen."

In der Gruppenphase haben die Niederländer drei Siege gefeiert, das haben ansonsten lediglich die Argentinier geschafft. Dennoch bleiben sie selbstkritisch. "Unser Team ist voll mit Selbstkritik, wir sind unsere schärfsten Kritiker", versicherte Dirk Kuyt. "Wir denken immer daran, wie wir es noch besser machen können. Das wollen wir Schritt für Schritt schaffen", so Kuyt. Teamkollege Robin van Persie ist sich sicher, dass die Erfahrung den Ausschlag zugunsten des Favoriten geben könnte: "Die meisten unserer Spieler haben schon zahlreiche große Turniere bestritten. Jetzt müssen wir zeigen, dass wir aus diesen gelernt haben." (APA/Reuters/dpa)

Mögliche Aufstellungen:

NIEDERLANDE - SLOWAKEI (16.00 Uhr, Durban, Moses-Mabhida-Stadion, SR Alberto Undiano/Spanien).

Niederlande: 1 Stekelenburg - 2 Van der Wiel, 3 Heitinga, 4 Mathijsen, 5 Van Bronckhorst - 7 Kuyt, 6 Van Bommel, 8 De Jong, 23 Van der Vaart, 10 Sneijder - 9 Van Persie

Ersatz: 16 Vorm, 23 Boschker - 12 Boulahrouz, 13 Ooijer, 14 De Zeeuw, 15 Braafheid, 17 Elia, 18 Schaars, 19 Babel, 20 Afellay, 21 Huntelaar, 11 Robben

Teamchef: Bert van Marwijk

Keine Ausfälle

Slowakei: 1 Mucha - 2 Pekarik, 3 Skrtel, 16 Durica, 5 Zabavnik - 15 Stoch, 20 Kopunek, 19 Kucka, 17 Hamsik - 11 Vittek, 18 Jendrisek

Ersatz: 23 Kuciak, 12 Pernis - 4 Cech, 22 Petras, 21 Salata, 10 Sapara, 7 Vladimir Weiss jun., 9 Sestak, 8 Kozak, 13 Holosko, 14 Jakubko

Teamchef: Vladimir Weiss sen.

Es fehlt: 6 Strba (gesperrt)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Nach Italien wollen die Slowaken auch den Niederlanden ein Haxl stellen.

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