USA hoffen auf ersten Schritt Pjöngjangs

22. April 2003, 07:44
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Militärführer Nordkoreas bereitet Gespräche mit USA in Peking vor

Peking - Nordkoreas Militärführung hat mit der chinesischen Regierung die am Mittwoch in Peking geplanten Dreier-Gespräche mit den USA über das umstrittene Atomprogramm Pjöngjangs vorbereitet. Der erste Vizevorsitzende der nordkoreanischen Militärkommission, Vizemarschall Jo Myongrok, traf in Peking Verteidigungsminister Cao Gangchuan sowie den Vizechef der Militärkommission, Guo Boxiong, wie die amtlichen chinesischen Medien am Dienstag berichteten.

Die dreitägigen Gespräche auf Einladung Chinas sind für die USA ein erster Schritt in Richtung auf eine überprüfbare und endgültige Beendigung des nordkoreanischen Atomprogramms. Auch China setzt sich für eine atomwaffenfreie koreanische Halbinsel ein, wie der Vizevorsitzende der chinesischen Militärkommission, Guo Boxiong, bei dem Treffen mit dem Vizemarschall sagte. China bemühe sich um Frieden und Stabilität auf der koreanischen Halbinsel.

Die Nummer Zwei

Auch wünsche Peking eine Verbesserung der Beziehungen zwischen dem Norden und Süden Koreas. Die Koreafrage solle durch Dialog und friedliche Mittel gelöst werden, sagte General Guo Boxiong. Der nordkoreanische Vizemarschall betonte, sein Land wolle die freundschaftlichen Beziehungen zu China vorantreiben. Jo Myongrok gilt als Amerika-Kenner und ist in Nordkoreas Verteidigungskommission die Nummer Zwei hinter Machthaber Kim Jong Il.

Als bisher ranghöchster Militärführer Nordkoreas hatte der Vizemarschall im Jahr 2000 die USA besucht. Ob er direkt an den Verhandlungen teilnehmen wird, konnten US-Diplomaten nicht sagen. Die nordkoreanische Delegation wird vom Abteilungsleiter für Nordamerika im Außenministerium in Pjöngjang, Li Gun, geführt. Für die USA führt der Abteilungsleiter für Ostasien, James Kelly, die Gespräche. Auf chinesischer Seite nimmt der Leiter der Asienabteilung, Fu Ying, teil. Die chinesische Seite hat die USA um weitgehendes Stillschweigen während der Gespräche gebeten, berichteten Diplomaten.(APA/dpa)

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