Nach Störfall in ungarischem Kernkraftwerk Strahlung normal

20. April 2003, 16:58
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Mängel am Kühlsystem beseitigt

Budapest - Nach dem Störfall im zentralungarischen Kernkraftwerk Paks, bei dem durch die Zwischenlagerung von Brennstäben radioaktive Gase ausgetreten waren, ist die Strahlung wieder auf das Normalmaß zurückgegangen. Das berichtete die ungarische Nachrichtenagentur MTI am Sonntag unter Berufung auf den Sprecher der Anlage, Balasz Kovats.

Man habe die Ursache der Störung, Mängel am Kühlsystem, beseitigen können. Jedoch würden in der nächsten Woche Fachleute von der russischen Firma TVEL, welche die Brennstäbe geliefert hat, in Paks erwartet. Sie sollen ihre ungarischen Kollegen in der Frage des Transports und der Lagerung der Brennstäbe beraten.

Störfall

Zu dem Störfall war es am zehnten April in einem der vier Reaktorblöcke gekommen, als Brennstäbe wegen Wartungsarbeiten in einem Reinigungssystem zwischengelagert wurden. Aus den Erklärungen der Regierung in Budapest und der Umweltorganisation Greenpeace ging hervor, dass sich die erhöhte Strahlung auf das Innere des Kraftwerks beschränkt hat. Regierungssprecher Zoltan Gal hatte am Freitag versichert, für die Bevölkerung bestehe keine Gefahr.

Greenpeace erklärte, für die Kraftwerks-Angestellten am unmittelbaren Unglücksort sei eine erhöhte Strahlenbelastung nicht auszuschließen gewesen. Nach Angaben der Atomenergiebehörde Ungarns sei die Strahlenbelastung zwei Stunden lang um zehn Prozent höher gewesen als normal und somit tausend Mal geringer als bei der Katastrophe von Tschernobyl 1986. Die rechtskonservative Opposition verlangte unterdessen von der sozialistischen Regierung ausführlichere Erklärungen zu Unglücksursache und Sicherheitsmaßnahmen. (APA/dpa)

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