Wirtschaftskrise gefährdet Impfprogramme

22. Juni 2010, 08:16
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Millenniumsziel ohne ausreichende Finanzierung nicht zu erreichen

Genf - Die weltweite Wirtschaftskrise darf die Versorgung der Entwicklungsländer mit neuen Impfstoffen nicht beeinträchtigen, warnt die Global Alliance for Vaccines and Immunisations (Gavi) . Die internationale Organisation hat erklärt, dass bis zum Jahr 2015 mehr als vier Mrd. Dollar erforderlich sein werden. Mit diesem Geld können die bestehenden Programme weitergeführt und neue Impfstoffe gegen Diarrhöe und Lungenentzündung verteilt werden. Es bestehen jedoch Befürchtungen, dass die derzeitige wirtschaftliche Lage dazu führt, dass Finanziers ihr Engagement reduzieren.

Viele Entwicklungsländer haben mit Hilfe von Außen eine Infrastruktur geschaffen, die es ermöglicht, Impfungen standardmäßig für bis zu 80 Prozent der ärmsten Kinder der Welt zur Verfügung zu stellen. Gavi arbeitet unter anderem mit der Weltgesundheitsorganisation und der Bill and Melinda Gates Foundation zusammen. Die Organisation versucht derzeit, die Finanzierung für 15 Länder sicherzustellen, um zusätzliche Impfstoffe bereitstellen zu können. Dazu gehören die Impfungen gegen Pneumokokken und das Rotavirus.

Recht auf Gesundheit

"Kinder haben ein Recht auf Gesundheit und wir haben es in unserer Macht, ihnen ein gesundes und produktives Leben zu ermöglichen. Es kommt eine Zeit, in der man aufhören muss zu reden, und beginnen zu handeln", erklärte Gavi-Vorsitzende Mary Robinson. Ohne diese Finanzierung dieser Impfungen werde die Welt das Millenniumsziel nicht erreichen, die Sterblichkeit bei Kindern unter fünf Jahren bis 2015 um zwei Drittel zu senken.

Gavi geht davon aus, dass mit entsprechenden Mitteln bis 2015 rund 240 Mio. Kinder geimpft werden können. Damit könnten vier Mio. Todesfälle verhindert werden. Dazu gehören eine Mio. Fälle, die durch Pneumokokken und das Rotavirus verursacht werden. Im März dieses Jahres hat Großbritannien Gavi 150 Mio. Pfund zugesichert. Zehn Mio. wurden bereits ausgezahlt. Es gibt jedoch Pläne, die Bereitstellung von Mitteln für alle internationalen Organisationen einer erneuten Überprüfung zu unterziehen. Ziel ist es unter anderem, den effektivsten Organisationen mehr Geld als bisher zur Verfügung zu stellen.  (pte)

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