Fünf Jahre Haft für somalische Piraten

18. Juni 2010, 12:17
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Seeräuber beschossen Frachter mit Raketenwerfer - Besatzung versenkte Piratenboot

Rotterdam - Ein Gericht in den Niederlanden hat fünf somalische Staatsbürger wegen Piraterie zu je fünf Jahren Haft verurteilt. Es war das erste Verfahren gegen somalische Seeräuber, das in Europa stattfand. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die fünf Männer im Jänner 2009 einen türkischen Frachter, der unter der Flagge der niederländischen Antillen fuhr, mit Raketenwerfern und Gewehren angegriffen zu haben.

Dessen Besatzung der "Samanyolu" setzte sich zur Wehr und schoss das Boot der Angreifer mit Leuchtsignalmunition in Brand. Das Boot sank, aber die mutmasslichen Piraten wurden von einem dänischen Militärhelikopter vor dem Ertrinken gerettet. Später übergaben die Dänen die Angeklagten den niederländischen Behörden.

Verteidigung: Angeklagte suchten Hilfe

Die Verteidigung argumentierte, die Angeklagten seien Fischer, deren defektes Boot in Seenot geraten sei.  Hilfesuchend hätten sich die Somalier im Alter zwischen 25 und 45 Jahren an den türkischen Frachter gewandt - und nicht in der Absicht, das Schiff zu überfallen.

"Wir hatten unsere Hände hoch erhoben, als wir uns dem Schiff näherten und plötzlich auf uns geschossen wurde", schilderte einer der Männer.

Die Staatsanwaltschaft hatte Haftstrafen von sieben Jahren verlangt. Der Vorsitzende Richter argumentierte jedoch, die schwierigen Verhältnisse in Somalia hätten dazu beigetragen, dass die Männer zu Piraten geworden seien. (red/APA/apn)

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Volkskrant: 5 jaar cel voor Somalische piraten

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    Zeichnung aus dem Rotterdamer Gerichtssaal

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