Freie Bahn fürs Unkraut

20. April 2003, 11:00
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Asphaltierte Straßen ebnen ihm den Weg - vor allem in Schutzgebieten ein Unding

Davis - Befestigte Straßen in der Wildnis sorgen für eine größere Verbreitung von invasiven Pflanzen als unbefestigte. Zu diesem Schluss kamen zwei unabhängig geführte Studien der University of California in Davis. Insgesamt haben invasive Gräser wie Trespen und Flockenblumen mehr als 500.000 Quadratkilometer des amerikanischen Westens eingenommen.

Flocken- und Kornblumen (Centaurea sp.) sowie Dachtrespen (Bromus tectorum) zählen zu den am häufigsten auftretenden Bioinvasoren. Nach Ansicht der Wissenschaftler haben asphaltierte und befestigte Straßen die Ausbreitung der artfremden Vegetation begünstigt. Autos transportieren Samen von Pflanzen öfters über weite Strecken. Jonathan Gelbard und Jayne Belnap vom US Geological Survey haben auf Straßen entlang des Canyonland National Park in Utah die Vegetation untersucht und verschiedene Pflanzentypen gefunden, die nicht zur ursprünglichen Vegetation gehören. Diese waren besonders häufig entlang von befestigten und asphaltierten Straßen zu finden. Während die Dichte an invasiven Pflanzen entlang von unbefestigten nur von Allrad-Autos befahrenen Wegen wesentlich spärlicher war. Gelbard, der im Wissenschaftsmagazin "Ecological Application" berichtete, untersuchte daraufhin gemeinsam mit der Umweltexpertin Susan Harrison, die ebenfalls an der Universität in Davis arbeitet, Straßen entlang der kalifornischen Grasländer.

Die beiden Forscher konnte dabei feststellen, dass invasive Spezies besonders nahe an Straßen wuchsen, während die Zahl der ortsfremden Pflanzen in Gebieten, die 800 Meter von der Straße entfernt waren, wesentlich seltener war. Die Wissenschaftler sehen darin bestätigt, dass Naturschutzgebiete für wertvolle Landstriche unbedingt ohne Straßen erhalten werden müssen. Die Vorteile wären nicht nur zum Schutz der Habitate, sondern auch zum Schutz von Kulturland. Die Entfernung von invasiven Pflanzen kostet dem Staat und den Bauern jährlich Unsummen, so die Wissenschaftler.(pte)

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