Wels: Attacke aus Aggression wegen Kindstod

18. April 2003, 19:27
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Messerangriff auf verurteilte Exfreundin - Während er in Haft war, starb das gemeinsame Kind, weil die Mutter auf einer Party war

Wels - Wut über den Tod des gemeinsamen Kindes dürfte der Hintergrund einer Bluttat in Wels sein. Ein 26-Jähriger stach in der Nacht auf Donnerstag sechsmal mit einem Springermesser auf seine 22 Jahre alte Exfreundin ein. Die junge Frau war erst im März auf Bewährung aus der Haft entlassen worden, sie hatte im Februar 2001 ihren eineinhalbjährigen Sohn verdursten lassen.

Tod des Kindes hatte für Aufsehen gesorgt

Der Tod des Kindes hatte damals für Aufsehen gesorgt. Die Mutter soll in der Faschingszeit den Buben alleine in der Wohnung gelassen haben und bei einer Tour durch diverse Lokale der Realität mittels Alkohol und Haschisch entflohen sein. Als sie zurückkam, war das Kind verdurstet, ein Gericht verurteilte die Mutter im September 2001 zu vier Jahren Haft. Der Kindesvater saß zum damaligen Zeitpunkt selbst im Gefängnis.

Begegnung

Am Mittwochnachmittag sah der Mann seine Exfreundin dann zufällig in der Innenstadt, berichtet Josef Hanl von der Welser Polizei. "Daraufhin dürfte er sich Mut angetrunken haben, gegen 22 Uhr ging er dann zur Wohnung der Exfreundin", schildert der Beamte. Dort kam es zu einem Streit, der Verdächtige zog sein Springermesser und stach sechsmal auf die Frau ein, ehe er von der Mutter des Opfers verjagt wurde.

Eine Stunde später ließ er sich in seiner Wohnung von der Exekutive widerstandslos festnehmen und gestand die Attacke. Die bei dem Angriff leicht verletzte Frau wurde ins Welser Krankenhaus gebracht, konnte am Donnerstag jedoch bereits wieder entlassen werden. (moe, DER STANDARD Printausgabe 19/20.4.2003)

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