Osteuropa-Kaufkraft noch immer deutlich unter Österreich-Wert

18. April 2003, 10:29
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RegioPlan: Kaufkraft in Bulgarien und Rumänien unter 20 Prozent vom Österreich-Niveau

Wien - Die Kaufkraft der mittel- und osteuropäischen Ländern liegt nach wie vor deutlich unter dem Niveau von Österreich. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der RegioPlan Consulting zum Thema "Osteuropäische Länder im Vergleich 2003".

Den höchsten Wert der osteuropäischen Staaten erreichte Slowenien mit einem Kaufkraftindex pro Einwohner von 55,5 Punkten. Damit erreichte Österreichs südliches Nachbarland als einziger Staat mehr als 50 Prozent der österreichischen Kaufkraft. Tschechien auf Rang 2 erreicht der Studie zufolge nur mehr 41,9 Punkte, gefolgt von Kroatien mit 35,5 Indexpunkten und Ungarn mit 26,9.

Litauen und Lettland am Ende der Skala

Am Ende der Skala sind neben den baltischen Staaten Litauen und Lettland auch Bulgarien und Rumänien zu finden, wo die Kaufkraft sogar nur weniger als 20 Prozent des österreichischen Niveaus erreicht.

Generell liegen laut RegioPlan - mit Ausnahme von Estland - die Werte der Kaufkraft pro Haushalt durchwegs über jenen der Kaufkraft pro Einwohner. Dies beruhe auf der in diesen Ländern durchschnittlich höheren Anzahl von Haushaltsmitgliedern.

In den Großstädten (vor allem in Prag, Laibach, Zagreb, Warschau und Budapest) ist die Kaufkraft laut Studie naturgemäß um ein Vielfaches höher als im ländlichen Raum. Betriebsansiedlungen internationaler Konzerne, gute Infrastruktur und ein relativ hohes Arbeitsplatzangebot sowie Ausgaben der Touristen seien für die enorme wirtschaftliche Stärke der Städte verantwortlich.

Ost-West Gefälle deutlich

Im Vergleich der einzelnen osteuropäischen Länder untereinander werde das Ost-West Gefälle deutlich: Je näher das Land an der EU-"Kernzone" liegt, desto wohlhabender ist es, so die Studie. So seien Tschechien, Slowenien, Westungarn oder auch Polen unter den reicheren Ländern in Mittel-Osteuropa zu finden, Bulgarien und Rumänien, aber auch die Baltischen Staaten jedoch unter den ärmsten Ländern.

"Eklatante Unterschiede" zwischen Österreich und den östlichen Ländern zeigen sich laut RegioPlan auch bei einer Analyse der Teilbereiche. So gibt ein durchschnittlicher österreichischer Haushalt den Angaben zufolge rund 18 Prozent für Ernährung (inklusive Essen außer Haus) aus, während dieser Wert in den Reformstaaten zwischen 27 Prozent (Slowenien) und 50 Prozent (Litauen) pendelt. Diese Spanne werde noch größer, wenn man diese Ausgaben um den "Verzehr außer Haus" bereinige, da dieser Anteil in Österreich um ein vielfaches größer sei als in Osteuropa, geht aus der Studie hervor.

Im Bereich Wohnung (ohne Heizkosten) verhält es sich hingegen genau umgekehrt: Hier gibt der durchschnittliche österreichische Haushalt laut Studie mit 17 Prozent anteilsmäßig am meisten aus. Es folgen kroatische mit 12 Prozent und slowenische Haushalte mit 11 Prozent; die slowakischen Haushalte geben mit 7 Prozent anteilsmäßig am wenigsten für diesen Bereich aus.(APA)

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